Bayern

Den Umsatz um 7 Prozent gesteigert

Bäko Franken ist eine der wachstumsstärksten der Regionalgenossenschaften


Langenzenn (buc). Die Bäko Franken ist eine der wachstumsstärksten unter den 48 deutschen Bäckergenossenschaften. Im Geschäftsjahr 2005 erzielte die Nummer Fünf der Branche einen Umsatz von 97,1 Mio. Euro, eine Steigerung zu 2004 von fast 5,3 Mio. Euro oder 7,17 Prozent. Dabei wurde ein Bilanzgewinn von 57.1915 Euro erwirtschaftet. Geschäftsführer Udo Bauer erwartet für 2006 weiter wachsende Umsätze. Die Mittel dazu: „Nischen selbst besetzen“ und die Bäcker mit Service überzeugen.

Beachtlich an der Jahresbilanz, die Bauer bei der Generalversammlung im Bäko-Stammsitz in Langenzenn vorlegte: Auch ohne den durch die Kooperation mit der Bäko Oberbayern-Nord hinzugekommenen Umsatz (die Ingolstädter erzielten selbst + 5,3 Prozent) lag man 2005 über dem Wachstums-Schnitt aller Bäko-Genossenschaften. Positiv fielen vor allem die Bereiche Frischdienst (+10,5 Prozent auf 14,6 Mio), Tiefkühl-Waren (+8,6/6,0 Mio) und Rohstoffe (+6,6/ 28,9 Mio.) auf; negativ war der Trend bei Mehl (-8,5/3,2 Mio.), Handelswaren (-4,6/ 3,2 Mio) und Süßwaren (-3,4/0,8 Mio.).

Fast 800.000 Euro wurden 2005 laut Bauer in ein neues Tiefkühllager mit einer Nutzfläche von 490 qm und 576 Paletten-Stellplätzen investiert. Damit sei noch mehr Qualitätssicherung möglich.

Die Anzahl der backenden Mitgliedsbetriebe hat sich 2005 um 25 auf 653 verringert – eine „Abschmelzung“ von 3,7 Prozent, die im bundesweiten Trend liegt. Für die Verbliebenen biete die Bäko umfassenden Service, so Bauer – so hat man z. B. 2,7 Mio. Euro an Krediten für die Anschaffung großer Maschinen ausgereicht, wofür sich die Banken immer unzugänglicher zeigen.

Die Bäko Franken beschäftigt derzeit 113 Mitarbeiter (102 Vollzeit, elf Teilzeit), darunter vier Lehrlinge. Die etwa 70 anwesenden Mitglieder beschlossen einstimmig, den Finanzüberschuss des vergangenen Jahres in die Rücklagen zu überführen; das Eigenkapital der Bäko hat sich damit von 7,7 auf 8,2 Mio. Euro erhöht.

In seinem Bericht zeigte sich Bauer trotz sinkender Betriebszahlen (2005 in Bayern: 3402 Bäcker/-57; 769 Konditoren/-4) verhalten optimistisch – auch dank der Fußball-WM-Euphorie: „Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie!“

Als neuen Umsatzbringer für die Bäcker sieht er die Bio-Schiene, für die die Bäko jüngst eine eigene Produkt-Range mit Saaten, Fetten, Ölen etc. vorgestellt hat: „Hier entsteht ein Markt, in dem enorme Steigerungen möglich sind.“ Die Bäko liefere dafür nicht nur die Rohstoffe, sondern auch Know-How – mit einem Grundlagenseminar am 2. August, um 15 Uhr, in Langenzenn.

Anerkennend äußerte sich Manfred Klinkhammer vom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband zum Jahresergebnis der Bäko. Während bundesweit Stabilität vorherrschte, gehe es in Franken voran. Für 2006 immerhin erhoffe auch der Rest der Bäko-Gruppe ein fünfprozentiges Plus.

Udo Bauers Motiv vom Fußball griff Holger Knieling, Geschäftsführender Vorstand der BÄKO-Zentrale, auf. „1:0 für die Bäko Franken“ lobte er und warnte die Kollegen zugleich vor immer härterem Wettbewerb. Sein Tipp: Den Trend zu Genuss & Gesundheit aufgreifen und mit hochwertigen Produkten, Eis, Kaffee etc. Umsatz der Gastronomie rüberholen: „Da stecken jede Menge Chancen.“

„Spielfreude und eine erfolgreiche Strategie“ attestierte Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Löw der Bäko Franken.

Die Aufsichtsräte Robert Kutzer (Konnersreuth), Günther Weih (Pegnitz/Bronn), Harald Witte (Fürth) und Thomas Zimmer (Bayreuth) wurden nach Ablauf der Amtszeit turnusgemäß wiedergewählt.


Artikel vom 20.07.2006
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