Regional
Dem Lernen mehr Raum gegeben
Versammlung der Innung Nordschwarzwald in „neuer“ Berufsschule / Kernthemen Ausbildung und Hygiene

Wo der berufliche Nachwuchs künftig lernt, sowohl kleine Brötchen als auch große Stollen zu backen, erfuhren die Mitglieder der Bäckerinnung Nordschwarzwald beim erstmaligen Besuch in der Backstube der neuen Pforzheimer Gewerbeschule. Foto: Kollros
Schule neu eingerichtet
Es war ein Nachmittag, vollgepackt mit aktuellen Berufsinformationen von der Hygiene in der Backstube bis zur Nachwuchsgewinnung. Da passte es dazu, in der neuen Schule auch die Räumlichkeiten des Bäckerhandwerks zu begutachten. Herzstück ist die völlig neu eingerichtete Backstube mit vorläufig acht Öfen, zu denen aber noch vier kommen sollen. „Kein Vergleich zu der in die Jahre gekommenen Vorgängerschule“, waren sich die Meister einig. Gleiches gilt für den Schulungsraum für die Fachverkäuferinnen, die dort auch Kochstellen vorfinden, um Bäckersnacks zuzubereiten.
Um freilich den Nachwuchs fürs Bäckerhandwerk erst mal zu interessieren, wollen sich die Innungsbetriebe von Nagold bis Vaihingen/Enz auf breiter Front der Werbekampagne ihres Dachverbands unter dem Motto „Back Dir Deine Zukunft“ anschließen. Dabei wollen die Bäcker schon in den Kindergärten mit einer „Frühstücksoffensive“ auf ihre alles andere als brotlose Kunst aufmerksam machen.
Entwachsen diese Kids dann ihren Kinderschuhen, wollen die Bäcker nicht zuwarten, bis Jugendliche eher zufällig zum Bäckerberuf finden, so Ute Sagebiel-Hannich vom Landesinnungsverband: Nachwuchswerbung auf unkonventionelle Art sei in den nächsten Monaten angesagt, etwa Kinospots oder Anzeigenkampagnen in Jugendmagazinen. Auch übers Internet (www.back-dir-deine-zukunft.de) sollen Interessierte Zugang zur Branche finden.
Mag die Nachwuchswerbung ein durchaus ernst zu nehmendes Thema sein, so galt dies bei der Innungsversammlung noch mehr beim zweiten Kapitel des Nachmittags, der Hygieneverordnung nach aktuellem EU-Recht. Dazu sprach als kompetenter Experte der Chefveterinär des Enzkreises, Ulrich Dura. Er verdeutlichte den Praktikern unmissverständlich, welche Konsequenzen es haben könne, mit der Zeit „betriebsblind“ und insbesondere in hygienischen Belangen nachlässig zu werden. Wie Veterinär Duda weiter darlegte, würden seine Mitarbeiter – im übrigen allesamt Meister des Nahrungsmittelhandwerks – penibel auf die Einhaltung der Lebensmittelhygiene achten und darüber auch Buch führen.
Wie ein plausibles Eigenkontrollsystem Transparenz in der Einhaltung der Vorschriften funktioniere, beschrieb Stefanie Dietze, Betriebsberaterin beim Landesinnungsverband. Ein solches System bestehe aus mehreren Komponenten, von Temperaturkontrollen in Kühlbereichen über Reinigungspläne bis hin zur Schädlingskontrolle. Dazu müssten lückenlos Checklisten geführt werden, die dem Betrieb im Zweifelsfall aber auch als Beweis für nicht zu beanstandende Arbeitsweise dienen könne.
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