Hessen
Deklarierung als Chance
Versammlung der Innung Wiesbaden-Rheingau-Taunus
Wiesbaden (dtp). Zwei Kollegen wurden bei der Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Wiesbaden-Rheingau-Taunus durch OM Hans Hermann Schroer geehrt. Einmal der frühere Obermeister Jakob Schnabel anlässlich seines 80. Geburtstages und zum anderen Erwin Gauly, der seit 50 Jahren als Mitglied der Innung die Treue hält. Lehrlingswart Dirk Walser vermittelte freundliche Zahlen. Derzeit werden 55 Bäcker- und 72 Verkaufs-Lehrlinge in den Betrieben der Innung ausgebildet. Positiv seien weiter eine sinkende Durchfall-Quote bei den Prüfungen und ein verbesserter Notendurchschnitt. „Trotz der schlechten wirtschaftlichen Gesamtlage nimmt das Bäckerhandwerk weiterhin seine Ausbildungs-Verpflichtung überdurchschnittlich wahr,“ meinte Dirk Walser.
Dem Bericht über die Aktivitäten des letzten Jahres fügte Gerd Häuser an, dass die Innung im nächsten Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiern könne. Hier wurde auch auf das neue Qualitätszeichen Hessenbäcker hingewiesen. Das signalisiere den Verbrauchern: Bei diesem Betrieb handelt es sich um eine handwerkliche Bäckerei, die ihre Backwaren selbst herstellt und vertreibt sowie sich an regelmäßigen Qualitäts-Kontrollen beteiligt.
Es schloss sich ein Vortrag an: Ulrich Jortzik von der 1. Deutschen Bäcker-Fachschule in Olpe berichtete über neueste Entwicklungen im Lebensmittelrecht und daraus resultierende Konsequenzen für Bäckereien. Neue Regelungen bei der Kennzeichnung sollten die Verbraucher schützen, bedeuteten aber auf der anderen Seite einen erhöhten bürokratischen Aufwand für die Betriebe. Das Zusammenspiel von ständig neuen Gesetzen und Vorschriften nehme einen ständig wachsenden Zeitanteil der Bäckermeister in Anspruch, den sie zu Lasten ihrer Verantwortung für die Herstellung von Backwaren zu erbringen haben. Für kleine Betriebe sei dieser zusätzliche Arbeitsaufwand solcher bürokratischer Hemmnisse kaum noch zu bewältigen. Jortzik empfahl den Betrieben, die Deklarierung der Zutaten auch als Chance zu nutzen. Damit den Kunden zu zeigen, dass man nichts zu verbergen habe. Profilierung am Markt könne nur erreicht werden, wenn man besser sei als der Durchschnitt. Dazu sollten die Backwaren selbst hergestellt und auf Convenience-Produkte verzichtet werden. Für das Marketing spiele die Spezialisierung auf besondere Produkte ebenso ein wichtige Rolle wie die Namensgebung oder Produktgeschichte. All das könne einer Bäckerei helfen, sich auch in Zukunft am Markt zu behaupten.
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