Hessen
Das Jubiläum mit vielen Attraktionen gefeiert
Raimund Dorn, der OM der Bäckerinnung Main-Taunus Dorn, organisierte zum 100-jährigen Bestehen seines Betriebs einen Tag der offenen Tür

Kreishandwerksmeister Bernd Caspari stieß mit Dagmar und Raimund Dorn auf das Jubiläum an (von links).
Zum Tag der offenen Tür war die Backstube zur Besichtigung frei gegeben und im Hof zeigte eine Backwarenschau, was Bäcker neben Brot und Brötchen sonst noch anfertigen können. Für Speis und Trank war gut gesorgt und eine große Stellwand zog die Besucher wie ein Magnet an. Mit vielen Bildern und Text versehen wurde hier die Entwicklung der Bäckerei aufgezeigt, was nach Studium der Infos dann auch wieder zu Fragen an Dagmar und Raimund Dorn führte.
Gekommen zum Gratulieren war unter anderen Bernd Caspari, der als Kreishandwerksmeister im Main-Taunus-Kreis eine Urkunde der HWK Rhein-Main überreichte sowie im Namen der KH die Glückwünsche übermittelte. Den Dank des Handwerks sprach Caspari besonders dafür aus, dass in der Bäckerei Dorn allein seit 1977 insgesamt 30 junge Leute zu Bäckern und Verkäuferinnen ausgebildet worden sind. Der Erlös aus den Aktionen wird von der Bäckerei Dorn einem Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder zur Verfügung gestellt.
Die Chronik einer 100-jährigen
Unternehmensgeschichte
Anno 1905 gründete der Landwirt Josef Mohr an der Stelle wo sie heute noch steht eine Bäckerei. Sein 18-jähriger Sohn Willy war sein erster Lehrling, zu dessen Ausbildung extra Meister Feisel für die Dauer der Lehre eingestellt wurde, weil Josef Mohr keinen Meisterbrief besaß.
Mit viel Fleiß und Geschick entwickelte sich der ab 1911 von Willy Mohr geführte Betrieb prächtig. Es musste mehrfach um- und angebaut werden, und eine ganz spektakuläre Baumaßnahme fand 1932 statt: Um die erforderliche Raumhöhe für ein Café zu schaffen, wurde das gesamte Fachwerkhaus mit 27 Winden, die auf Zuruf gleichzeitig bedient werden mussten, um über einen Meter angehoben.
Einer der Söhne, Heinz Mohr, der nicht zum Militär musste, lernte Bäcker und übernahm den Betrieb. Seine Schwester Helma heiratete 1948 den Bäcker Hans Dorn. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Willy und Raimund. Letzterer lernte zuerst Konditor, danach Bäcker und wurde hier 1972 Landessieger in Hessen beim Leistungswettbewerb der Jugend. 1974 legte er die Meisterprüfung ab und trat 1976 in den elterlichen Betrieb ein. Zwischenzeitlich war erneut um- und angebaut worden, die Bäckerei wuchs. 1987 heiratete Raimund Dorn seine Dagmar. Von den drei Kindern, so hofft Raimund, wird eines vermutlich später den Betrieb übernehmen, Sohn René hat inzwischen eine Bäckerlehre erfolgreich abgeschlossen. Das Café wurde 1988 geschlossen und der Laden komplett erneuert. Raimund Dorn ist seit 1996 Obermeister der Bäckerinnung Main-Taunus. Zusätzlich ist er Mitglied im Vorstand der KH des Main-Taunus-Kreises.
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