Baden & Württemberg

Brote kreiert und verkauft

Projekt der Schwäbisch Gmünder Berufsschüler


Schwäbisch Gmünd (p). Ein Bäcker, der sich im Berufsleben behaupten will, muss nicht nur sein Handwerk beherrschen. Er muss auch über grundlegende Fähigkeiten verfügen, die über das reine Fachwissen hinausgehen, wie z. B. Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Eigenverantwortung, Kreativität und die Fähigkeit zur Umsetzung eigener Ideen. Diese „Projektkompetenz“ parallel zur Fachkompetenz zu vermitteln, ist Aufgabe der Berufsschulen.

Ein schönes und gelungenes Beispiel ist das Projekt „Herstellen eines Spezialbrotes mit besonderen Zutaten“, mit dem sich Bäckerlehrlinge im 3. Lehrjahr der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd anlässlich eines „Gmünder Herbstbrotmarktes“ sogar in die Öffentlichkeit wagten. Mit großem Erfolg!

Hintergrund ist ein pädagogisches Konzept, in dem nicht mehr nur abfragbarer Stoff gepaukt wird, sondern die Schülerinnen und Schüler angeleitet werden, ein Lernziel möglichst selbstständig zu erarbeiten. Von der kreativen Produktentwicklung über die Umsetzung der „Geistesblitze“ in der Schulbackstube bis hin zur Kalkulation und dem Verkauf lag alles in den Händen der Schüler, die in Dreierteams arbeiteten. Erster „Meilenstein“ war die Prämierung der Brote durch eine fachkundige Jury, in der auch die Bäckerinnung und die lokale Presse vertreten waren. Neben den Fachlehrern freute sich besonders auch Günther Mühlhäuser, stellvertretender Obermeister der Bäckerinnung Alb-Neckar-Fils über die größtenteils bäckerisch sehr anspruchsvollen Produkte. Die vier Spitzenprodukte wurden dann von den Gewinnerteams in größerer Stückzahl hergestellt und auf einem „Gmünder Herbstbrotmarkt“ zum Verkauf angeboten. Ein Event, bei dessen Eröffnung Bürgermeister, stellv. Innungsobermeister und Schulleitung die Leistung der Bäckerlehrlinge lobend hervorhoben. Auch darüber berichtete die lokale Presse ausführlich und wohlwollend. Dazu die betreuenden Lehrkräfte Eva Leitenberger und ihre Kollegen Engel und Ruckwied: „Für die Schülerinnen und Schüler war die Praxisnähe ungeheuer spannend, sich in Konkurrenz zu behaupten und einen Verkaufserfolg zu erzielen. Besonders motivierend war der ständige Öffentlichkeitsbezug. Und nebenbei war dies auch eine gute Werbung für das Bäckerhandwerk insgesamt.“

Der Verkaufserlös floss übrigens nicht in die eigene Klassenkasse, sondern wurde als Spende dem „Aktionsbündnis gentechnikfreies Schwäbisch Gmünd“ überreicht.


Artikel vom 23.11.2006
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