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Innung Lörrach: Oberlehrer Wilhelm Jung sieht Lichtblicke an der Gewerbeschule


Lörrach (ag). Zur Generalversammlung der Bäckerinnung Lörrach im Gasthaus „Adler“ in Schopfheim konnte Obermeister Fritz Trefzger jr. seine Obermeisterkollegen Hermann Aichele, Freiburg und Martin Magnus, Müllheim und die Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes Baden, Ute Sagebiel-Hannich, begrüßen. Besonders freute sich Trefzger über den guten Besuch seiner Innungskollegen.

In seinem Jahresbericht informierte der Obermeister, dass die Lehrstellen für Bäcker und Verkäuferinnen im Innungsbezirk zur Zeit gut besetzt sind. Junge Menschen interessierten sich wieder für diese Berufe. Trefzger berichtete, dass sich die Nachbarinnung Müllheim einem Stromvertrag der Innung Lörrach angeschlossen habe, von dem die Bäcker am Hochrhein schon einige Zeit profitierten.

Das 125-jährige Jubiläum, das die Bäckerinnung Lörrach 2008 feiere, werde zur Zeit vorbereitet. Vorbild sei das 100-jährige Jubiläum, das die Innung 1983 gefeiert habe. Ältere Kollegen erinnern sich vielleicht noch an dieses Fest, zu dessen Gästen der damalige und Landesinnungsmeister Karl Hoch gehörte.

In seinen grundsätzlichen Bemerkungen sagte Trefzger, dass die Menschen in Deutschland immer reicher werden, aber die Sehnsucht nach Wertebeständigkeit wachse. Soziales Verhalten werde angemahnt. Der Obermeister zitierte in diesem Zusammenhang den früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, der sinngemäß einmal gesagt habe, dass jeder Mensch wissen sollte, woher er kommt.

Wilhelm Jung, Oberlehrer an der Gewerbeschule in Lörrach, hielt ein Kurzreferat. „Es wird besser“, sagte er und meinte damit die Aufmerksamkeit und Mitarbeit der Schüler im Unterricht. Allerdings lasse ihre Belastbarkeit noch Wünsche offen. Schönreden mache keinen Sinn. Die Schule bemühe sich, zu helfen, wo es geht, doch seien die Grenzen gesetzt. Den Frauen müsse man bescheinigen, dass sie für den Besuch von Seminaren besser motiviert sind als die Männer. Innungsgeschäftsführerin Gisela Däschle gab das Rechnungsergebnis 2006 bekannt. Die Kassenprüfer hatten keine Beanstandungen. Vorstand und Geschäftsführung wurden entlastet. Auch der Haushaltsplan für 2007 bekam die Zustimmung der Versammlung.

Schon an Weihnachten denken

Das Hauptreferat hatte Geschäftsführerin Ute Sagebiel-Hannich übernommen, die umfassend über das aktuelle Geschehen im Bäckerhandwerk berichtete. Ihr Themenbereich ging von der Lebensmittelkennzeichnung bis zum Gleichbehandlungsgesetz. Die Lebensmittelüberwachung werde strenger wahrgenommen, nicht nur von den Prüfern, sondern auch von den Kunden. Leider sei das Verkaufspersonal bei Kontrollen oft wenig nützlich.

Wenn es den einen oder anderen vielleicht auch wundern mag, mitten im Sommer über das Weihnachtsgeschäft zu sprechen, so sollten sich die Bäcker über ihr Sortiment doch schon Gedanken machen. Der Innungsverband wolle dabei gerne behilflich sein. Dies könnten Broschüren oder auch Beratung sein.

Korrekte Angaben empfahl Sagebiel-Hannich bei Stellenanzeigen. Da könne man sich Ärger und auch Geld sparen. Einen sorgfältigen Umgang empfahl die Anwältin auch mit Arbeitsverträgen. Es sei nicht immer so, dass ein Arbeitnehmer mit 65 Jahren sein Berufsleben beenden möchte. Hier hätten sich die Lebensgewohnheiten geändert. Das müsse rechtzeitig geklärt werden, wenn der Arbeitgeber keine unliebsamen Überraschungen erleben wolle.

Am 13. Oktober wird in Lörrach wieder der schon gut eingeführte Brotmarkt stattfinden, teilte Obermeister Trefzger mit. Rainer Rexrodt, für die Organisation verantwortlich, machte darauf aufmerksam, dass auf dem Lörracher Marktplatz noch Plätze frei sind. Die Verbraucher direkt anzusprechen, sei selten so gut möglich. Das ersetze manch andere Werbung.

Das treffe ebenso auf die Brotprüfung zu, an der sich noch mehr Kollegen beteiligen sollten. Es koste wenig und bringe viel. Eine Abschlussbesprechung mit dem Brotprüfer und möglichst viel Öffentlichkeit sollte allerdings sein. Die Weihnachtsaktion unter dem Motto „Helfen statt Schenken“ wird in diesem Jahr wieder durchgeführt.


Artikel vom 02.08.2007
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