Schleswig-Holstein

Bilanz insgesamt ausgeglichen

Betriebsvergleich aus ERFA-Kreis Weser-Ems und Bremen


St. Peter-Ording (uho). Mit aktuellen Zahlen im Koffer reiste ERFA-Kreis-Moderator und Steuerberater Josef Bünger nach St.-Peter-Ording. Seit sieben Jahren betreut er den ERFA-Kreis Weser-Ems und Bremen.

Der Betriebsvergleich 2004, deren Zahlen er vortrug, basiert auf 158 Bäckerei- und Konditoreibetrieben. Die Bilanz war bei 87 Betrieben positiv, bei 71 Betrieben negativ. Es gab leichte Umsatzsteigerungen und leichte Erhöhung der Gewinne.

Positiv sei, dass mehr Filialen eröffneten als geschlossen würden. Das erklärte Josef Bünger mit der Expansion der Discounter und damit der
Verkaufsstellen in den Vorkassenzonen.

„Aber wer nicht mehr als 500 Euro pro Standort umsetze, solle seine Filiale besser schließen“, riet er. Im Verkauf müsse jeder Mitarbeiter einen Umsatz von 60 Euro in der Stunde erreichen. Ein Problem sind zunehmende Diebstähle durch das Personal.

Der Wareneinsatz ist von 20,5 auf 20,1 gefallen. Die Personalkosten sind von 41,2 auf 40,4 gesunken. Sie sind deutlicher in der Produktion gesunken als im Verkauf. Die Abschreibungen sind um 18 Prozent zurückgegangen. „Die Maschinen und Fahrzeuge werden weniger schnell ausgetauscht“, erläutert er.

Die Produktionskosten sind von 399 auf 410 gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 20,4 auf 20,5 erhöht. „Kein Wunder, denn Energie- und Wasserkosten ziehen deutlich an. Dagegen können Sie nichts tun“.

Die Möglichkeit, Kosten zu senken, sieht Josef Bünger bei den Löhnen und beim Wareneinsatz. Langsames Backen heißt, weniger Kälte und weniger Backmittel. Das spare Kosten. Längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich „tue weniger weh als eine Gehaltskürzung“. Es sei zudem nicht einzusehen, dass Fahrer das Lohnniveau von Gesellen erreichten.

Doch bei allen Sparmaßnahmen, betonte er, sei die Ausbildung wichtig. „Ein Betrieb ohne Lehrlinge kann nicht leben, weder in der Produktion, noch im Verkauf. In fünf Jahren wird es keine Lehrlinge mehr geben. Das zeigt die demografische Entwicklung. „Also bilden Sie jetzt aus, für den eigenen Bedarf“.

Der durchschnittliche Umsatz hat sich leicht um zwei Prozent erhöht. Im ERFA-Kreis betrug er 2004 im Durchschnitt 1,079 Millionen Euro.

Gegründet wurden ERFA-Kreise vor rund 20 Jahren. Es gibt Gruppen in der ganzen Bundesrepublik, sie fungieren als Controlling-Instrument. Jedes Mitglied ist zur Offenlegung von Betriebszahlen und zum Austausch von Erfahrungen verpflichtet. Die Mitgliedschaft kostet 1000 Euro im Jahr.


Artikel vom 16.06.2005
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