Baden & Württemberg

Betriebskonzept mit nachhaltigem Erfolg

Holzofenbäckerei Salmendingen eröffnet in Geislingen die erste Filiale


Geislingen (gt). Ihre erste Filiale hat die Holzofenbäckerei Salmendingen mit der Übernahme eines Ladengeschäftes aus der in Insolvenz befindlichen Balinger Bäckerei Weber in Geislingen (Zollernalbkreis) eröffnet.

Die im Jahre 1997 im Salmendingen errichtete Holzofenbäckerei wurde erst vor zwei Jahren von Elisabeth Reusch erworben und wird seither als Liefergeschäft in einem Umkreis von 50 Kilometern nebst einem kleinen angegliederten Ladengeschäft betrieben. Zu den Kunden der Holzofenbäckerei Salmendingen gehören SB-Märkte, gute Cafés, Metzgereien sowie Direktvermarkter auf den Wochenmärkten von Balingen bis in den Großraum Reutlingen-Pfullingen, Nürtingen, Rottweil und Tuttlingen.

Qualität aus dem Holzofen

Die Produktion erfolgt in Salmendingen unter Leitung von Bäckermeister Ralf Reusch, dem Ehemann der Betriebsinhaberin. Ihm zur Seite stehen 2 gelernte Bäcker, 2 Bäckerei-Helfer und 1 Fahrer für die Belieferung der Kunden. Seit einigen Wochen erhält in der Backstube der erste Auszubildende das Rüstzeug für das Berufsleben. Für Spitzenzeiten im Verkauf stehen diverse Aushilfen zur Verfügung.

In der Produktion legt Bäckermeister Ralf Reusch großen Wert auf höchste Qualität und absolute Frische. Die Bezeichnung „Original Holzofenbrot“ darf nur geführt werden, weil das Holz in der Brennkammer komplett abgebrannt wird und das Brot im Holzofen fertig gebacken wird. Verwendet werden drei Sorten Mehl, Wasser, Salz, Hefe, natürlicher Sauerteig und nur frisch gekochte Kartoffeln.

Für das kleine Ladengeschäft in Salmendingen zeichnet die Mitarbeiterin Marianne Kunze verantwortlich. Neben dem eigentlichen Verkauf arbeitet Marianne Kunze während eines Großteils ihrer Arbeitszeit von 120 Monatsstunden in der Vorbereitung für die angrenzende Holzofenbäckerei.

Dazu gehört auch, den täglichen Bedarf an Kartoffeln zu schälen und kochen, Käse reiben und für absolute Sauberkeit im Vorbereitungsraum und Backstube zu sorgen. Die erst vor wenigen Wochen in Geislingen übernommene Filiale verfügt über eine Betriebsfläche von insgesamt 100 Quadratmeter und befindet sich in der Hauptdurchgangsstraße. Geöffnet ist die Filiale von Montag bis Freitag jeweils von 6 bis 18 Uhr durchgehend, Samstags von 6 bis 13 Uhr und an den Sonntagen in der Zeit von 7.30 bis 10.30 Uhr. Neben 2 fest angestellten Verkäuferinnen haben in der neuen Filiale noch 2 Aushilfen einen Arbeitsplatz gefunden.

Straff strukturiertes Sortiment

Zum Verkauf kommt die ganze Palette der ofenfrischen Backwaren aus der eigenen Produktion. Vor Ort in der Filiale werden von den Mitarbeiterinnen ständig selber gebacken: Laugenbrezeln, Croissant, Wasserweckle und Laugenstangen. Das Brotangebot umfasst 8 Sorten vom Holzofenbrot (1 Weizenmischbrot mit Roggen und Dinkel) in 4 verschiedenen Größen über Kartoffelbrot, Vesperlaible, Körnerbrot, Dinkelvollkornbrot, Roggenbrot und Finnenbrot (1 ganz dunkles Brot mit Weizen Roggen und Sonnenblumenkernen). Das Kleingebäck umfasst 15 Sorten. Hinzu kommen ständig 4 bis 5 verschiedene süße Stückle und 3 bis 4 Sorten Kuchen. Abgerundet wird das Sortiment mit verschiedenen Handelswaren wie Nudeln, Konfitüre, Süßwaren, Eier, etwas Wurst, Kaffee, Getränke. Außerdem die Südtiroler Spezialitäten von Michael Villgrattner, der im Gegengeschäft die Backwaren der Holzofenbäckerei Salmendingen bezieht. Darüber hinaus gehört ein kleines Steh-Café dazu in dem Kaffee und Kuchen, Butterbrezeln und belegte Weckle zum sofortigen Verzehr zum Verkauf kommen.

Bäckermeister Ralf Reusch erlernte den Beruf in der Bäckerei Herrmann in Dettingen/Erms von 1977-80 . Nach 5 Gesellenjahren beim Lehrherrn wechselte er für kurze Zeit in die Metallindustrie, bevor er im Jahre 1987 wieder in die Bäckerei Herrmann zurückkehrte. Nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Reutlingen (1989) arbeitete er noch 10 Jahre als Meister in der Bäckerei Herrmann.

Im Jahre 1999 wagte Ralf Reusch den Sprung in die Selbständigkeit mit einem Partner, von dem er sich jedoch 4 Jahre später endgültig trennen musste. Daraufhin erwarb Ehefrau Elisabeth Reusch den Betrieb, der sich seither sehr erfreulich entwickelt hat. Für die Zukunft ist neben dem Hauptstandbein „Liefergeschäft“ die Eröffnung weiterer Filialen geplant. Eine eigene Homepage ist bereits in Betrieb und hat auch schon neue Kunden beschert.

Mittlerweile ist es in der Backstube recht eng geworden, weshalb bereits eine Erweiterung der Produktionsräume in der Planung ist.


Artikel vom 15.09.2005
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