Regional
Betriebe stehen besser da, als noch vor einem Jahr
OM Binder mit einem Branchenüberblick auf der Versammlung der Bäckerinnung Böblingen

Obermeister Binder zeigte die unterschiedliche Struktur der Innungsbetriebe auf, die vom kleinen Nischenbäcker über Gastro-Bäckereien bis zum Filialisten reicht. Foto: Götz Foto: Götz
Holzgerlingen (pgö). Die diesjährige Hauptversammlung eröffnete Obermeister Eberhard Binder mit einem Branchenüberblick. Aus Umsatz- und Ertragssicht stehen die meisten Betriebe besser da, als noch vor drei Jahren, aber das Eis sei dünn. Eine weltweite Verpilzung der Weizenernte schlage sich auch auf die Rohstoffsituation in Deutschland nieder.
Die dringend notwendigen Preiserhöhungen sind problemlos durchgegangen, freute sich Eberhard Binder, „der Kunde akzeptiert's und weiß gute Produkte zu schätzen!“ Als sehr positiv beurteilte er, dass die Betriebe sich nicht ausruhen, sondern neue Konzepte entwickeln und sie mit Leben erfüllen und, wenn sie eine Marktchance sehen, in diesen Bereich investieren. Viele Kollegen im Innungsbezirk haben in den letzten Monaten saniert und renoviert. Früher habe man mit einem Laden 20 Jahren gelebt, heute denkt man nach 10 Jahren über einen neuen Laden nach, merkte er an.
Die Gastronomie entdeckt
Erstaunlich viele Betriebe haben den Bereich Gastronomie für sich entdeckt und bieten viel mehr als nur Leberkäswecken. „In unserer Innung gibt es Betriebe, die schon Gastronomiebetriebe sind, wie die Kollegen Raisch, Diefenbach und Frechdax, bei denen das warme Essen fester Angebotsbestandteil ist“. Die Gastronomen der Region sehen das zwar nicht gerne, „aber der Schnellste ist halt dann der Beste und wer eine Marktlücke erkennt und sie nützt, hat damit recht“, so der Obermeister. Die Struktur der Böblinger Innungsbetriebe reiche damit vom kleinem Nischenbäcker über Gastro-Bäckereien bis hin zu Filialisten.
In der Rückschau auf den Brotmarkt berichtete der Obermeister von einer gelungenen Veranstaltung. Dieses Mal habe man sich zusammen mit den regulären Marktbeschickern auf dem Elbenplatz aufgestellt, der an diesem Tag einjähriges Jubiläum feierte.
Gelungener Bäckermarkt
Entsprechend hoch war die Besucherfrequenz und die sieben beteiligten Innungsbetriebe konnten an ihren Ständen die doppelte Besucherzahl verbuchen. Auf Wunsch der Stadt sollte der Bäckermarkt viermal pro Jahr stattfinden, die Innung hat sich für zwei Mal entschieden. „Nehmen Sie teil, motivierte Obermeister Binder, „der Markt ist ein ganz eigenes Ambiente und man bekommt das Ohr an die Wünsche der Kunden!“
Von der Herbst-Brotprüfung in Herrenberg berichtete Hans Faig. Der Standort in der Fußgängerzone sei leider für die Anlieferung sehr ungeschickt gewesen, die Brotprüfung selbst im Bürgerhaus versteckt und damit für die Öffentlichkeit nicht gut einsehbar gewesen. Um die Zahl der teilnehmenden Betriebe zu erhöhen, schlug Hans Faig vor, drei Brote kostenlos zu prüfen, erst ab dem vierten Brot sollte Gebühr erhoben werden. Die nächste Brotprüfung findet erneut in den Böblinger Mineralthermen statt, wo man mit optimaler Besucherfrequenz rechnen kann.
Lehrlingswart Dirk Weinberg gab Einblick in die aktuelle Ausbildungssituation der 31 Mitglieder zählenden Innung. Die Zwischenprüfungen nach neuer Ausbildungsordnung sind vorbei, zahlreiche Fragen seien dabei aufgetaucht. Die Innung wird die Ausbildungsbetriebe diesbezüglich informieren und für Klärung der noch offenen Fragen sorgen. Derzeit beschule man mehr Verkäuferinnen als Bäcker im Innungsbezirk. Die Gesellenprüflinge müssen besser vorbereitet antreten, mahnte Dirk Weinberg und forderte die Lehrmeister auf, ihre Lehrlinge zum Lernen und Üben zu motivieren und sie bei der Vorbereitung anzuleiten.
Lebensmittelüberwachung
Fritz Ruckaberle vom Landratsamt Böblingen informierte über die aktuelle Situation der Lebensmittelüberwachung im Landkreis Böblingen und die Neustrukturierung der Überwachungsbehörde. Er räumte ein, es wäre sinnvoll, wenn jeder Kontrolleur in dem Gewerk kontrollieren würde, das er gelernt hat. Aber das ist vom Gesetzgeber nicht so vorgesehen, jeder Kontrolleur hat sehr viele unterschiedliche Aufgaben in unterschiedlichen Branchen. „Hat ein Verband Leitlinien heraus gegeben, orientieren wir uns daran“, versicherte Fritz Ruckaberle und bestätigte: „Wir verlangen in der Regel nicht mehr, als ihr Verband es Ihnen vorgegeben hat.“
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