Regional
Betrieb traditionsbewusst auf Zukunftskurs gebracht
100 Jahre Landbäcker Schumacher / Fahrgeschäft sorgt für 50 Prozent des Umsatzes

Vater Ulrich Schumacher unterstützt den Sohn noch immer bei der Arbeit. Zum 100-jährigen wurde dieser Planwagen umgebaut. Foto: Schwittay Foto: Schwittay
„Es beginnt schon mit den seit Jahren anhaltenden hohen Energiekosten und setzt sich fort bis hin zu den Kollegen, die hier täglich mit ihren Verkaufswagen im Dorf Station machen und um Kunden werben.“ Nicht weniger als 8 verschiedene Bäckereien können es an manchen Wochentagen sein, die ihre Autos in Berge parken und frische Backwaren verkaufen. Ulf Schumacher selbst besitzt einen Verkaufswagen, der tagsüber in einem Radius von 50 Kilometer um den Produktionsstandort unterwegs ist. Für ein zweites Fahrzeug besteht kein Bedarf. Meist sind es die älteren Menschen, die das Angebot der Fahrgeschäfte dankend annehmen. Etwa 50 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet Ulf Schumacher mit diesem Wirtschaftszweig. In Sachen Qualitätsstandard lässt sich Ulf Schumacher von keiner Seite ins Geschäft reden. „Es bleibt bei der hohen handwerklichen Arbeit, die schon in früherer Generation geleistet wurde und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“ Die Sauerteigführung erfolgt in drei Stufen, Teiglinge wurden noch nie verwendet, TK-Ware kommt nicht zum Einsatz. Und mit viel guter Butter oder Spezialfetten werden so leckere Dinge wie Kranzkuchen mit Marzipanfüllung, Bienenstich, Streusel oder Spritzkuchen hergestellt. „Wir haben festgestellt, dass sich beste Qualität unserer hochwertigen Produkte bei einer breiten Kundschaft durchgesetzt hat und auch zu einem höheren Preis als etwa im Supermarkt durchaus akzeptiert wird.“
Trotz einer nicht immer günstigen Lage des Betriebes in der ländlichen Umgebung, hat die Familie den Blick für maßvolle Investitionen und einer damit verbundenen Erweiterung und Modernisierung des Unternehmens in der Vergangenheit nie verloren. Bereits 1905 wurde in der heutigen Substanz gebacken. Eine grundlegende Modernisierung erfolgte 1996 im Bereich Öfen und Gärraum.
Nachdem Ulf Schumacher die Bäckerei vom Vater übernommen hatte, wurde 2002 das Bäcker-Fachgeschäft komplett neu gestaltet und Büro sowie Sozialräume eingerichtet. Ein Jahr später erfolgte der Bau eines Lagers, bei dem die Bäko dem Meister finanzkräftig unter die Arme griff. Insgesamt wurde in den vergangenen zehn Jahren der Bäckereibetrieb mit etwa 250.000 Euro auf Vordermann gebracht.
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