Regional

Betrieb traditionsbewusst auf Zukunftskurs gebracht

100 Jahre Landbäcker Schumacher / Fahrgeschäft sorgt für 50 Prozent des Umsatzes


Berlin-Brandenburg¶:Berge (tay). Mit einem Getreidehandel, in dem eine Bäckerei untergebracht war und zahlreichen Ländereien, begann vor 100 Jahren die Geschichte der Bäckerei Schumacher. Für den heutigen Inhaber sind das längst vergessene Zeiten, „die vielleicht etwas schöner, wenn auch nicht weniger härter waren“, resümiert Bäckermeister Ulf Schumacher. Der 36-jährige hat vor 7 Jahren die alteingesessene Bäckerei von seinem Vater Ulrich übernommen und sie seitdem in dem kleinen Prignitzort beständig auf- und ausgebaut. Den in einer wirtschaftlich schwachen Region herrschenden wirtschaftlichen Bedingungen muss sich Ulf Schumacher jeden Tag neu stellen.

„Es beginnt schon mit den seit Jahren anhaltenden hohen Energiekosten und setzt sich fort bis hin zu den Kollegen, die hier täglich mit ihren Verkaufswagen im Dorf Station machen und um Kunden werben.“ Nicht weniger als 8 verschiedene Bäckereien können es an manchen Wochentagen sein, die ihre Autos in Berge parken und frische Backwaren verkaufen. Ulf Schumacher selbst besitzt einen Verkaufswagen, der tagsüber in einem Radius von 50 Kilometer um den Produktionsstandort unterwegs ist. Für ein zweites Fahrzeug besteht kein Bedarf. Meist sind es die älteren Menschen, die das Angebot der Fahrgeschäfte dankend annehmen. Etwa 50 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet Ulf Schumacher mit diesem Wirtschaftszweig. In Sachen Qualitätsstandard lässt sich Ulf Schumacher von keiner Seite ins Geschäft reden. „Es bleibt bei der hohen handwerklichen Arbeit, die schon in früherer Generation geleistet wurde und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“ Die Sauerteigführung erfolgt in drei Stufen, Teiglinge wurden noch nie verwendet, TK-Ware kommt nicht zum Einsatz. Und mit viel guter Butter oder Spezialfetten werden so leckere Dinge wie Kranzkuchen mit Marzipanfüllung, Bienenstich, Streusel oder Spritzkuchen hergestellt. „Wir haben festgestellt, dass sich beste Qualität unserer hochwertigen Produkte bei einer breiten Kundschaft durchgesetzt hat und auch zu einem höheren Preis als etwa im Supermarkt durchaus akzeptiert wird.“

Trotz einer nicht immer günstigen Lage des Betriebes in der ländlichen Umgebung, hat die Familie den Blick für maßvolle Investitionen und einer damit verbundenen Erweiterung und Modernisierung des Unternehmens in der Vergangenheit nie verloren. Bereits 1905 wurde in der heutigen Substanz gebacken. Eine grundlegende Modernisierung erfolgte 1996 im Bereich Öfen und Gärraum.

Nachdem Ulf Schumacher die Bäckerei vom Vater übernommen hatte, wurde 2002 das Bäcker-Fachgeschäft komplett neu gestaltet und Büro sowie Sozialräume eingerichtet. Ein Jahr später erfolgte der Bau eines Lagers, bei dem die Bäko dem Meister finanzkräftig unter die Arme griff. Insgesamt wurde in den vergangenen zehn Jahren der Bäckereibetrieb mit etwa 250.000 Euro auf Vordermann gebracht.


Artikel vom 18.03.2008
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Regional vom 18.03.2008:

Überdurchschnittlich gut
Münchner Osterfladen im Qualitäts-Check
Motto: Mitgliedschaft lohnt sich
Sang und Klang im Blick
Ein Aktivist der Branche
Bäcker waren mit von der Partie
Neue Satzung auf dem Weg
Knolle auf dem Prüfstand
Ehren-OM Thomassohn tot
Frühlingsball der Philia

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Regional


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!