Baden & Württemberg
Bei erster Bildungsmesse 2008 dabei
Herbstversammlung der Innung Sigmaringen / Lebensmittelsicherheit war ein Thema

Abschied und Neuanfang (von links): OM Julius Neher mit dem scheidenden Fachstudienrat Wilhelm Sigel, dem neuen Backmeister Günter Lutz und dem neuen Schulleiter Klaus A. Peter. Foto: Töpfer
Obermeister Julius Neher hieß die Mitglieder und Gäste, allen voran die Fachlehrer der Gewerblichen Schule Sigmaringen, willkommen. Zugleich gab der Obermeister mit einem lachenden und einem weinenden Auge den Abschied von Studienrat Wilhelm Sigel bekannt, der nach 28 Jahren erfolgreicher Arbeit zunächst an der Berufsschule in Meßkirch und ab 1980 im Neubau der gewerblichen Schule Sigmaringen in den verdienten Ruhestand gehe. Sein Lebenswerk sei die Berufsschule gewesen, so der OM.
Unter dem Beifall der Versammlung überreichte er Wilhelm Sigel als sichtbares Zeichen des Dankes ein Präsent.
Als neuen Backmeister stellte der Obermeister Günter Lutz vor, der nach bestandener Meisterprüfung in Weinheim (1990) und erfolgreich absolviertem Examen als Lebensmitteltechniker in Kulmbach zwölf Jahre lang als Backmeister bei der Firma Ireks und drei Jahre als selbständiger Bäckermeister gearbeitet hatte. Günter Lutz berichtete der Versammlung, dass es schon immer sein Traum gewesen sei, etwas mit der Jugend zu bewegen.
Als neuer Leiter der gewerblichen Schule Sigmaringen stellte sich Klaus A. Peter vor, der in früheren Jahren an der Berufsschule in Bad Saulgau tätig war. Die letzten zehn Jahre war er beim Regierungspräsidium in der Schulaufsicht tätig. Einstimmig beschloss die Versammlung, sich bei der 1. Bildungsmesse in Meßkirch vom 10.-12. April 2008 in der Stadthalle mit einem Info-Stand zu beteiligen. Bei der Messe gehe es in erster Linie darum, den jungen Leuten die notwendigen Informationen über die Ausbildungsberufe vom Berufsinhalt bis zum Ablauf der Ausbildung zu vermitteln, betonte Geschäftsführer Karl Griener.
Starke Beachtung fanden die Ausführung von Fachlehrer Patrik Mader, der detailliert über die neuen Richtlinien für die Zwischenprüfung der Fachverkäuferinnen berichtete. Bestandteil der handlungsorientierten Prüfung sind zwei Verkaufsgespräche, eine Beratung und die Aufnahme einer Bestellung. Unverändert Prüfungsbestandteile sind das Tortenschneiden und Verpacken sowie das Herstellen einer Geschenkpackung. Neu hingegen seien die Serviceleistungen, wie zum Beispiel die Herstellung eines Salates als Tellergericht mit dem Abverkauf im Laden. Zusammen mit der Innung Zollernalb habe man sich darauf geeinigt, dass zusätzlich drei belegte Brötchen unter dem Hygienegesichtspunkt zu fertigen sind. Wegfallen würden die Fachfragen und die Schaufenstergestaltung komme in die Abschlussprüfung.
Die Zwischenprüfungen finden vom 3. bis 5. Juni 2008 und die Gesellenprüfungen vom 15. bis 17. Juli 2008 in der gewerblichen Schule Sigmaringen statt.
Den Reigen der Referenten schloss Stefanie Dietze von der Technischen Betriebsberatung des Landesinnungsverbandes für das Württembergische Bäckerhandwerk über die Gefahren für die Lebensmittelsicherheit. Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft warnte Stefanie Dietze eindringlich vor dem Verkauf von Zimtsternen mit einem Cumaringehalt von mehr als einem Milligramm pro Gebäck. Alles was darüber hinaus gehe, koste Geld. Bei öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie zum Beispiel „einer langen Nacht der Bäcker“ oder beim Besuch von Kindergärten und Schulklassen in der Backstube sollte unbedingt auf das Händewaschen geachtet und Schutzkleidung getragen werden. Ausführlich erläuterte Stefanie Dietze die mikrobiologischen, chemischen und physikalischen Gefahren für die Lebensmittelsicherheit in den drei Hygienebereichen Betriebs-, Produkt- und Personal-Hygiene bis hin zur Erstellung von Reinigungsplänen.
Gefordert seien insbesondere die Instandhaltung und Sauberkeit der Räume, Einrichtungsgegenstände und Geräte, hygienische Herstellung, Beförderung und Verkauf der Lebensmittel, sachgemäßer und hygienischer Umgang mit Abfällen, ein hohes Maß an Personalhygiene, regelmäßige Mitarbeiterschulung und betriebseigene Maßnahme und Kontrollen die auf den HACCP-Grundsätzen basieren. Die Kennzeichnung von Allergenen sei bei verpackten Waren bereits vorgeschrieben, so wie die Kennzeichnung von Zusatzstoffen bei verpackten und unverpackten Waren, betonte Stefanie Dietze. Als ausreichend gelte eine Kennzeichnung auf dem Preisschild oder eine Fußnote auf dem Preisschild mit Legende.
Ihre Empfehlung: Einen Ordner mit ausführlichen Produktbeschreibungen oder Zutatenlisten aller Produkte als Hilfe für die Verkäuferinnen an der Kasse hinterlegen. Die Referentin wies auch auf die alsbaldige Kennzeichnung von Allergenen auch bei unverpacktem hin. OM Neher gab noch den Termin der Brotprüfung in der Zeit vom 5.-7. März 2008 in der Landesbank in Sigmaringen bekannt.
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