Baden & Württemberg

Bäcker in Vorfreude auf das Jubiläum

Positive Berichte in der Innungsversammlung Freiburg trotz wirtschaftlicher Probleme


Freiburg (ag). Das 125-jährige Innungsjubiläum steht für die Bäckerinnung Freiburg–Breisgau–Hochschwarzwald 2007 im Mittelpunkt

ihrer Jahresarbeit. In der Generalversammlung, zu der Obermeister Hermann Aichele als Gast Landesinnungsmeister Walter Augenstein begrüßen konnte, appellierte der Obermeister an die Kollegen, sich aktiv an der Jubiläumsveranstaltung zu beteiligen. „Wir haben mit unserem ersten Neujahrsempfang im Januar einen guten Anfang gemacht“, erinnerte der Obermeister an die gelungene Veranstaltung, zu der erfreulich viele Bäcker und prominente Gäste ins Innungshaus an der Sedanstraße gekommen waren. „Das soll uns Ansporn sein, den Neujahrsempfang zu einer wiederkehrenden Veranstaltung zu machen.“ Aber auch sonst habe er Erfreuliches über das vergangene Jahr zu berichten, sagte Aichele und zählte dazu ein Ansteigen bei den Lehrlingszahlen sowohl bei den Bäckern als auch besonders bei den Verkäuferinnen.

Positiv erwähnte der Obermeister die „Gläserne Backstube“ auf der Baden-Messe, die man beibehalten wolle, wenn auch in anderer Organisationsform und Trägerschaft. Aichele erinnerte an das 100-jährige Jubiläum der Sängerrunde und lobte den Bäckerfachverein, der immer da sei, wenn er gebraucht werde. Bestreben der Innung sei es, immer flexibel auf aktuelle Tagesfragen zu reagieren. Im Ausblick auf das laufende Jahr stellte der Obermeister fest, dass der Freiburger Brotmarkt 18 Jahre und damit volljährig werde.

Das wirtschaftliche Umfeld sei für die Bäcker nicht immer freundlich gewesen. Man erlebe ein Spiegelbild der großen Koalition in Berlin, das durch politische Kompromisse geprägt sei. Von der erhöhten Mehrwertsteuer seien die Bäcker zwar nicht direkt betroffen, doch spürten sie die Abschöpfung des Konsums in anderen Branchen schon. Die Verbraucher seien preisempfindlich. Nach dem Bericht des Obermeisters legten Lehrlingswart Helmut Knörzer und Kassenwart Eckart Geppert ihre Berichte vor. Die Versammlung genehmigte den Jahresabschluss 2006 und den Haushaltsplan 2007, ehe der Vorstand entlastet wurde.

Die aktuelle Politik mache den Bäckern und dem gesamten Handwerk immer wieder deutlich, wie wichtig die Mitgliedschaft in einer Innung sei, die die Interessen des Berufsstandes wahrnehme, sagte Landesinnungsmeister Walter Augenstein in seinem Kurzreferat. Auch er freue sich, dass wieder mehr junge Leute in die Betriebe kommen. Das Handwerk brauche diesen Nachwuchs und es sei gut, wenn junge Menschen früh in die gesellschaftliche Verantwortung einbezogen werden, sagte Augenstein.

Die Bäckerinnung Freiburg, deren Einzugsbereich von Breisach am Rhein bis Löffingen auf der Baar reiche, habe aktuell 55 Mitglieder. Aichele nannte dies eine gute organisatorische Abdeckung, fügte aber hinzu, dass man sich immer freue, neue Kollegen zu begrüßen. In dieser Versammlung waren es Martin Preisedanz aus Glottertal und Josef Steiert aus March, denen der Obermeister ihre Mitgliederurkunde überreichte.

Dann kamen die Gäste zu Wort. Alfred Walter, Ausbildungsbeauftragter der Handwerkskammer Freiburg, bescheinigte den Bäckern, dass sie über ein stattliches Plus bei Bäckerlehrlingen und Verkäuferinnen verfügen. Petra Fessler, Innungskrankenkasse und Roland Wachtmeister von der Signal-Iduna berichteten Aktuelles aus ihren Geschäftsbereichen. Kritische Anmerkungen kamen von Peter Dufner, technischer Lehrer an der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule in Freiburg. Er nannte es zwar positiv, dass die Zahl der Lehrlinge zunehme, aber das Leistungsniveau verbessere sich bei Schüler und Schülerinnen nicht. Die Zahl der „schwierigen Schüler“ nehme zu und offensichtliche Versäumnisse des Elternhauses könne die Schule nicht aufarbeiten. Harmonisch klang die Versammlung aus und Obermeister Aichele bedankte sich bei allen Teilnehmern.


Artikel vom 18.05.2007
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