Bayern
Ausblick wenig optimistisch
Innung Augsburg: Lage in Innenstadt wird schwieriger

OM Ludwig Schuster (l. neben Siegfried Hierl) sieht keine Besserung in der wirtschaftlichen Situation.
Das erklärt bereits, warum zur jüngsten Versammlung nur wenig mehr als 20 Teilnehmer kamen. Den anwesenden Betriebsinhabern nannte LIV-Betriebsberater Dipl.-Wirt.-Ing. Egid Egerer Zahlen aus den Erfa-Kreisen, mit denen sie ihre eigene Position bestimmen konnten – vorausgesetzt, sie wüssten, wie die Daten ihres Unternehmens aussehen.
Egerer leistete Überzeugungsarbeit. Noch immer stehen zu viele Bäckermeister lieber in der Backstube, als sich um die betriebswirtschaftlichen Belange ihres Unternehmens zu kümmern. Dabei lassen sich notwendige Entscheidungen heute mittels EDV-Programme ohne großen Zeitaufwand aussagekräftig untermauern. Unternehmer oder deren Ehefrauen müssen sich mit der Strategie ihres Betriebes befassen – und deshalb sind sie diejenigen, die mit dem vom LIV entwickelten Controllingprogramm „Back-Controll“ arbeiten sollten.
Nach dem Jahresrückblick durch Obermeister Ludwig J. Schuster gab Kassier Siegfried Hierl einen Überblick über den Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres. Kassenprüfer Alfred Huber-Degle und Hans Häusler bestätigten die Ordnungsmäßigkeit der Innungsarbeit, so dass Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet und der neue Haushalt ohne Gegenstimmen angenommen wurde. Innungsgeschäftsführerin Anita Weißenhorn will im Herbst in Ruhestand treten und arbeitet derzeit ihre Nachfolgerin, Sandra Royla, ein.
Der Ausblick, den OM Schuster für das laufende Geschäftsjahr wagte, klang wenig optimistisch. Zwar verfüge die Innung Augsburg Stadt und Land derzeit über 65 Mitglieder, doch wird die wirtschaftliche Lage insbesondere für die in der Innenstadt ansässigen Handwerksbetriebe zusehends schwieriger. Kunden tätigen ihre Haushaltseinkäufe immer seltener in der Stadt.
Der Obermeister forderte die Mitglieder auf, sich in diesem November wieder am traditionellen Brotmarkt zu beteiligen. Um die von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Buden optimal zu besetzen, sollten es wenigsten dreizehn Teilnehmer sein.
Über die Ausbildungsleistung der Handwerksbäcker und über den Prüfungsablauf informierte Lehrlingswart Andreas Gleich. In der Zwischenprüfung habe sich zwar nicht viel verändert, doch weil in der Schule nicht mehr alles unterrichtet werde, die Themen aber in der Gesellenprüfung trotzdem abgefragt werden, müssten Ausbilder ihre Lehrlinge im Arbeitsschutz und in der Betriebshygiene selbst unterweisen.
Gleich bat, die Ausbildung ernst zu nehmen und auch Unlust oder Unregelmäßigkeiten eines Lehrlings zu dokumentieren. Ausreden, dass dies zu viel Zeit koste, ließ er nicht gelten. Denn immer häufiger würden Auszubildende über schlechte Behandlung oder zu viel Arbeit klagen. Wer dann nicht das Gegenteil beweisen kann, landet schnell vor Gericht – „und dafür haben wir alle keine Zeit“.
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