Nordrhein-Westfalen

Ausbildung im Ausland

Caroline Nagel-Held sammelte Erfahrungen im Ausland. Ihr Lehrbetrieb daheim in Deutschland profitiert.


Lemgo (p). Sechs Monate verbrachte Caroline Nagel-Held, Bäckerin in Ausbildung, im Ausland. Ihr Lehrherr, Bäckermeister Alfred Meffert, unterstützte sie bei ihrem Vorhaben. „Caroline bringt ihre Erfahrungen und ihr Wissen in unseren Betrieb ein, wir können davon nur profitieren“, erklärt der Bio-Bäcker aus Lemgo.

Die inzwischen 18-Jährige hat ihr Abitur in England in der Nähe von London gemacht. Ihr Vater, Dr. Bernd Nagel-Held, Inhaber der Eickernmühle, riet seiner Tochter nach Beendigung der Schule zur handwerklichen Lehre. Da die junge Lemgoerin schon Praktika in Bäckereien absolviert hatte, war die Entscheidung schnell gefallen. Doch klar war für sie auch, dass sie einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren wollte.

Im französischen Elsass arbeitete sie in der Großbäckerei Argu im Städtchen Erstein. In der Qualitätskontrolle lernte sie vor allem die Brot- und Brötchenprodukte kennen. In der Konditorei fertigte sie typisch französische Köstlichkeiten wie Windbeutel, Eclairs, in Deutschland als Liebesknochen bekannt, eine Vielzahl unterschiedlicher Tartelettes und natürlich den bekannten elsässischen Gugelhupf. Während die Backabteilung auf Großproduktion ausgerichtet war, dominierte in der französischen Konditorei die Handarbeit.

Die Ausbildungsinhalte, die im Ausland absolviert werden, müssen mit dem deutschen Ausbildungsrahmenplan abgestimmt sein. Dafür sorgt Hildegard Kuckuk, Mobilitätsberaterin in der Handwerkskammer OWL. Die Kammermitarbeiterin kennt die unterschiedlichen Finanzierungsprogramme, die solch einen Aufenthalt ermöglichen, und gewährleistet durch den Kontakt zu den ausländischen Betrieben, dass die inhaltliche Ausbildung weiterläuft.

In Belgien verbrachte Caroline Nagel-Held drei Monate bei Puratos in Brüssel. Puratos, einer der größten Backmittelhersteller, engagiert sich vor allem in der Forschung. Die neu entwickelten Produkte werden entweder in den firmeneigenen Seminarräumen oder bei den Bäckern vor Ort vorgestellt. Caroline unterstützte das Team des Backmittelherstellers auch bei der Vorbereitung der Seminare. „Wir sind eine Bio-Bäckerei und arbeiten mit ganz anderen Herstellern zusammen“, fügt Bäckermeister Meffert an. Dennoch seien die Erfahrungen seiner Auszubildenden auch für seinen Betrieb interessant.

Im nächsten Jahr wird Caroline ihre Gesellenprüfung ablegen, und sie wird in kommenden Monaten forciert für das Bäckerhandwerk und die Ausbildung im Handwerk werben. Gemeinsam mit Werner Schnüll, ehemaliger Bäckermeister im Hause Meffert, unterstützt sie den 2005 gegründeten Verein „An die Arbeit e. V.“ tatkräftig mit Vorträgen in Schulen und auf Berufsmessen.

Betriebe, die ihre Auszubildenden ins Ausland senden möchten können sich mit Hildegard Kuckuk (Tel.: 0521 5608-318) in Verbindung setzen.


Artikel vom 10.01.2012
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