Baden & Württemberg
Ausbilder und Auszubildende gefordert
Konstruktiver Erfahrungsaustausch bei der Arbeitstagung Berufsausbildung

Hans- Georg Baum, Schulleiter der württ. Bäckerfachschule gab aktuelle Einblicke zur ÜBA und Tipps für eine erfolgreicheAusbildung. Fotos: Stecher
Zu Beginn ging GF Kofler auf die strukturellen Veränderungen im Bäckerhandwerk ein. Zum Umsatzrückgang von 0,4 Prozent auf 1,8 Mrd. im Jahr 2004 sank auch die Beschäftigtenzahl um 1,7 Prozent auf 41.700 Mitarbeiter im Verbandsgebiet. Strukturell bedingt stieg die Zahl der Auszubildenden bei den Bäckern um 150 auf insgesamt 2058 und bei den Verkäuferinnen um 228 auf 2275 im gleichen Zeitraum. Schwache Jahrgänge sind aber im Jahr 2008 und 09 zu erwarten, erläuterte Andreas Kofler.
Heinzelmann und Kofler führten zügig durch die Tagesordnung. Der Aufforderung zum Erfahrungsaustausch und kritischen Durchleuchtung des neuen Ausbildungsprofils, welches seit September 2004 in Schule und Ausbildungsbetrieb in Etappen angewandt wird, wurde von den Tagungsteilnehmern rege nachgekommen.
Die – in 13 Lernfelder unterteilte – Ausbildungsordnung wurde insgesamt positiv dargestellt. Nach Aussage von Dr. Eva Leidenberger von der Berufsschule Schwäbisch Gmünd hätten auch die Schüler den ganzheitlichen Unterricht gut an- und aufgenommen. Dass große Klassen beim neuen Unterrichtsmodell hinderlich sind, sei unbestritten, doch der Klassenteiler von 32 Schülern sei ein Politikum und vom Kultusministerium vorgegeben, stellte Prof. Peter Lausterer klärend dar.
Bereiche ausgelagert
Um dem Ziel einer einheitlichen Gesellenprüfung im Verband nachzukommen, müsse noch viel „Stoff“ aufgearbeitet werden, so die einhellige Meinung der Lehrerschaft, die die längst überfällige Reform begrüßt und auch auf Kooperationen zwischen den einzelnen Schulen setzt. Die Wege zum Ziel sind unterschiedlich, so hat die Berufsschule Ravensburg den Bereich Snack und Fleisch in die nahe gelegene Hotelfachschule ausgelagert, wie Gerold Heinzelmann berichtete. In der Berufsschule in Ulm wird eine neue Küche für dieselben Lernfeldbereich eingerichtet, konnte Studiendirektor Hans Pfahler berichten.
Prof. Dr. Lausterer zeichnete das Bild eines bisher guten Weges zur ganzheitlichen Lernmethode in Baden-Württemberg, wobei die Umsetzungskommissionen sich seither als ein gutes Instrument darstellten und Kooperationen zwischen den Schulen fördern. Wichtig sei, dass der Zentralverband des Bäckerhandwerks als Dachorganisation des Verfahrens noch ausstehende Fragen zur Lernreform kurzfristig kläre.
Von der Württembergischen Bäckerfachschule berichtete Schulleiter Hans- Georg Baum von seinen Erfahrungen mit Auszubildenden in der ÜBA. Um das Image des Berufsbildes in Verkauf und Produktion zu verbessern, sei auch eine stärkere Selektion schon im Vorfeld der Einstellung nötig.
Dabei seien gute Volksschüler durchaus willkommen. Diese müssten aber auch motiviert, bei guten Leitungen gelobt und z.B. gezielter in „Trainingslagern“ gefördert und bei besonderer Leistung mit besonderen Preisen ausgezeichnet werden.
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