Baden & Württemberg

Auf Energie und Kennzeichnung achten

Innungsversammlung Karlsruhe: Einsparungen und Kundeninfo im Mittelpunkt


Karlsruhe (it). Auch die Bäcker spüren den Strukturwandel. „Wir müssen auf die veränderten Verzehrgewohnheiten reagieren und dem Verbraucher unsere Service-Leistungen und hervorragende Meisterqualität bieten“, sagte Karl-Heinz Jooß, der Obermeister der Bäckerinnung Karlsruhe, bei der diesjährigen Innungshauptversammlung. Zum Glück zeichne sich das Bäckerhandwerk immer noch durch eine reichhaltige Vielfalt selbst hergestellter Qualitätsprodukte und durch Frische aus. Dazu seien gut ausgebildete Fachkräfte nötig, und die neuen Ausbildungsverordnungen trügen dazu bei, diese zu gewinnen.

Über den steigenden Energiepreis und die Energieeinsparungen, die im energieintensiven Bäckerhandwerk möglich seien, informierte Harald Bradtke vom Fraunhofer ISI die Teilnehmenden. Der Strom sei seit 2002 um 60 Prozent teurer geworden, und auch der Öl- und Gaspreis werde weiter steigen. Alle großen Gasvorkommen seien entdeckt, die kleinen, die nun noch gefunden würden, seien nur mit viel Geld und hoher Umweltbelastung abzubauen. Um die Kosten zu verringern, müsse also weniger Energie verbraucht werden. Dies sei insbesondere in der Bäckerei möglich durch Maßnahmen wie moderne Brenner, Nutzung der Backofen-Abwärme zur Warmwasserbereitung und optimale Benutzung der Kälteanlagen.

Ute Sagebiel-Hannich, die Geschäftsführerin des Bäckerinnungsverbands Baden, erinnerte die Versammelten daran, Zusatzstoffe und Allergie auslösende Stoffe auch bei offener Ware zu benennen. Üblich sei, diese Informationen in einem Ringbuch zusammenzustellen. Auch mit der Nährwertkennzeichnung müssten sich die Betriebe auseinander setzen. Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann berichtete von der Veranstaltung „Handwerkswelten“, die am 7. Juli auf dem Marktplatz stattfinden wird. Er schlug vor, dass die Betriebe auf ihren Fahrzeugen dafür werben sollten. Jochen Hagmeier von der IKK Baden-Württemberg-Hessen berichtete, dass die IKK bei einem Test einen 1. Platz bekommen habe, da ihre Wahltarife übersichtlich seien und die Möglichkeit zu Einsparungen böten. Wolfgang Heinz von der Gewerbeschule Durlach freute ich über 108 angehende Bäckerei-Fachverkäuferinnen und 45 angehende Bäcker im 1. Lehrjahr. Kassenwart Jürgen Schongau verlas die Jahresrechnung. Nachdem Jörg Glutsch, der zusammen mit Wilhelm Müller die Kasse geprüft hat, die korrekte Buchführung bescheinigte, genehmigte die Versammlung die Jahresrechnung und entlastete den Vorstand.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Liedervorträge der Bäckergesangvereine „Sängerkranz Durlach“ und „Fidelitas“.


Artikel vom 28.06.2007
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