Hessen
Auf Bio-Backwaren setzen
Tagung des Förderrings des Hessischen Bäckerhandwerks

Am Vorstandstisch des Förderrings Karl-Friedrich Junk, Wolfgang Schäfer, Stefan Körber und Klaus Nennhuber (von rechts). Foto: dt-press
Insgesamt waren ca. 1400 Bäcker- und Verkaufslehrlinge über die Überbetriebliche Unterweisung (ÜLU) unterrichtet worden. An dieser Stelle wies Geschäftsführer Stefan Körber ausdrücklich darauf hin, dass die Teilnahme an der ÜLU Pflicht ist und dass in absehbarer Zeit in das Inventar der Lehrbackstube in Weiterstadt investiert werden solle. Conny Helmes, die Lehrkraft für die ÜLU der Verkäuferinnen, informierte über die laufende Arbeit. Sie sei bestrebt, neben praktischen Fertigkeiten mehr Sicherheit und mehr Selbstvertrauen zu vermitteln und auch die Teamarbeit zu fördern. Ralf-Jürgen Keller sprach in seinem Bericht die Bio-Schiene an. Der Marktanteil von Bio sei sehr schwierig zu definieren, weil kaum sichere Daten vorhanden seien. Geschätzt werden fünf bis sieben Prozent. Biolebensmittel, so Keller, seien ein Marktsegment mit Wachstum und durch den Discount-LEH gefördert. Die aktuell vermarktete Ware komme aber nur zum Teil aus inländischer Produktion, ein großer Teil werde europäisch zu gekauft. Hinzu komme, dass Bio in der Regel mit erheblich höherer Spanne vermarktet werden könne und somit ein Ausgleich für die preisaggressiv vermarktete Standardware erzielt wird. Daher seien auch Vollsortimenter im Zugzwang und fördern ihr Bio-Sortiment. Es entstehe mittelfristig ein Wettbewerb zwischen Discounter und Vollsortimenter bei den Bio-Produkten. Das Preisniveau, so Keller, werde sich auf dem Backwarenmarkt künftig noch stärker polarisieren. Im Grundsortiment wie Standardbrote und -brötchen werden tendenziell die Gesamtmarktpreise durch Discount und LEH weiter fallen. Feinbackwaren bleiben hochpreisig mit leichten Steigerungen. Spezialbackwaren und Veredlung (auch Brot und Brötchen) bleiben hochpreisig bis weiter steigend.
Diesen und weiteren Ausführungen mit Darstellung eines aktuellen Betriebsvergleiches folgte eine Diskussion. Hier merkte LIM Klaus Hottum an: „Bio ist der einzige Bereich, in dem der Brot-Umsatz steigt.“ Darum sollte man sich schon damit beschäftigen.
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