Baden & Württemberg

Auch Nachfolge im Blick

Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung in Biberach


Biberach (sar). Über Aktuelles aus dem Bäckerhandwerk und Wissenswertes zum Thema Erben konnten sich die Bäcker aus dem Innungsbezirk Biberach informieren. An der Jahreshauptversammlung nahmen immerhin drei Viertel der Biberacher Innungsbäcker teil. Diese Resonanz bezeichnet Obermeister Herbert Bader als sehr zufrieden stellend.

Als Einstieg in die Versammlung gab es für die Bäcker zunächst Zahlenmaterial aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr der Branche: Rückgänge bei Umsatz und Beschäftigtenzahl, Zunahme bei den Ausbildungsverhältnissen im Baden-Württembergischen Bäckerhandwerk. Die nähere Zukunft bringe dem Bäckerhandwerk, so Obermeister Bader, einige Entwicklungen. Problematisch könnten die längeren Öffnungszeiten werden, die bevorzugt großen Verbrauchermärkten und Ballungsräumen Vorteile böten. Der Lebensmitteleinzelhandel könne dadurch noch mehr Produkte über das Prebake-Konzept verkaufen. Zudem würden Verkaufsstellen entstehen, an denen nur aufgebacken werde: „Dazu müssen Sie nicht Bäckermeister sein“, meinte Bader. Auch große Discounter würden bereits Versuche unternehmen, mit Frischbackwaren den Markt zu erobern. „Dem allem muss das Bäckerhandwerk insbesondere im Brötchen- und Brezelverkauf durch das Frischbacken zum Feierabend entgegenwirken“, forderte Bader angesichts dieser Marktentwicklungen.

Auch über die Umsetzung von neuen Gesetzen in den einzelnen Betrieben ihres Innungsbezirkes wurden die Biberacher Bäcker informiert. Konkret ging es beispielsweise um das Gleichbehandlungsgesetz. Auch wenn im Verbandsgebiet noch kein aktueller Fall bekannt geworden sei, so Bader, sei hier „höchste Vorsicht angesagt“. Details über Abmahnungen während der Ausbildung, Anspruch des Auszubildenden auf Ausbildungsverlängerung oder über die Verordnung über Lebensmittelhygiene rundeten die Informationen der Versammlung ab.

Neu in Sachen Weiterbildung für Bäcker sei die Zusammenarbeit der drei Südinnungen Biberach, Ravensburg und Bodenseekreis gemeinsam mit der zuständigen Bäko.

Das Ergebnis der letzte Brotprüfung könne sich zwar sehen lassen, so Bader. Bedauerlich sei aber, so der Obermeister, dass sich von 41 Mitgliedsbetrieben nur 11 mit insgesamt 86 Broten beteiligt hätten.

Noch mehr rechtliches Wissen gab es für die Bäcker beim Fachvortrag zum Thema „70 Prozent aller Erbfälle enden im Streit“. Dabei ging Referent Christoph Spahl vom Unternehmen accaris Hamburg/Laupheim auf die Feinheiten und Fallstricke bei der Unternehmens- und Vermögensnachfolge ein. Anhand verschiedener Fälle und konkreter Beispiel stellte der Referent, zertifizierter Nachfolgeplaner, die Folgen einer nicht vollständig durchdachten Nachfolgeplanung dar. Er ließ die Biberacher Bäcker aber auch an seinen Erfahrungen mit erfolgreichen Nachfolgeplanungen teilhaben. „Das war ein hochinteressantes Thema und ein hochinteressanter Vortrag, der von den Kollegen sehr positiv aufgenommen worden ist“, freute sich OM Bader (Bericht folgt).


Artikel vom 19.07.2007
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