Sachsen

Appetit auf Berufsausbildung gemacht

Bäckerhandwerk präsentierte sich auf der Messe „Karriere Start“ 2007 in Dresden


Dresden (ps). Ein irrer Duft von frischen Backwaren empfing die Besucher der Messe „Karriere Start“ 2007 auf dem Dresdener Messegelände am Informations- und Ausstellungsstand des Bäckerhandwerks, der gemeinsam mit der Signal Iduna Versicherungsgruppe ausgestaltet wurde. Backmeister Oliver Lübke von der Sächsischen Bäckerfachschule Dresden-Helmsdorf zog Brötchen, Quarkteilchen und anderes leckeres Backwerk aus dem Ladenbackofen, die dann sofort verkostet werden konnten. Doch nicht nur deshalb waren Bäckermeister Thomas Großmann, Inhaber der Bäckerei Hiekel in Kreischa und Obermeister der Bäckerinnung Weißeritzkreis, und seine Mitstreiter an allen drei Messetagen fast pausenlos dicht umlagert: Viele junge Leute, die in diesem oder im nächsten Jahr eine Berufsausbildung beginnen möchten, informierten sich über die Möglichkeiten einer Lehre als Bäcker oder Fachverkäuferin sowie über die allgemeinen Zukunftsaussichten des Bäckerhandwerks.

Gleich am ersten Ausstellungstag hatte Meisterfrau Grit Großmann sozusagen das „Schlüsselerlebnis“ ihrer diesjährigen Messebeteiligung: Die Mädchen und Jungen aus den 9. und 10. Klassen, die sich den ganzen Tag über nach den Ausbildungs- und Berufschancen im Bäckerhandwerk erkundigten, ließen der Messemannschaft von der Bäckerei Hiekel aus Kreischa kaum eine Verschnaufpause. Bei der Brotverkostung fanden die beiden Altmeister Maaß und Winkler einen guten Draht zu den jungen Leuten und würzten ihre Erläuterungen mit so mancher lustigen Episode aus ihrem langen Berufsleben. Von den beiden Auszubildenden im 3. Lehrjahr, dem angehenden Gesellen Simon Hering und der künftigen Fachverkäuferin Nicole Wywias, erfuhren die Schüler interessante Details aus dem Lehrlingsalltag, die sie den fast gleichaltrigen Lehrlingen sicherlich eher abgenommen haben, als wenn ihnen Bäckermeister Thomas Großmann Rede und Antwort gestanden hätte.

„Danke, Meisterin, dass wir hier auf der Messe mit dabei sein dürfen“, meinte Bäckerlehrling Hering inmitten eines für ihn überaus stressigen Arbeitstages – er verstand seine Messeteilnahme als eine Art Auszeichnung, von der er im Betrieb den anderen Lehrlingen erzählen wird und die ihm im kommenden Jahr unbedingt nacheifern wollen.

„Allein schon die Fragen der jungen Leute, die sie uns an allen drei Messetagen gestellt haben, belegen, dass unser altehrwürdiges Handwerk bei vielen mit so manchem Vorurteil behaftet ist. Deshalb waren wir auch schon bei der vorjährigen Messeauflage mit von der Partie, um das Image unseres schönen Berufes aufzuwerten und mit den Schülern und Verbrauchern über unser Handwerk ins Gespräch zu kommen und es in der Öffentlichkeit weiter aufzuwerten“, erläuterte Grit Großmann. „Denn nach der Novellierung verfügt das Bäckerhandwerk über eine ganz moderne Ausbildungsverordnung, die bei richtiger Umsetzung in den Ausbildungsbetrieben und über die Prüfungskommissionen garantiert, dass jene jungen Leute, die ihre Lehre in einem Handwerksbetrieb erfolgreich abschließen, tatsächlich Facharbeiter im besten Wortsinne sind. Auf diesem Wege möchten wir die jungen Leute gerne mitnehmen und ihnen begreiflich machen, dass gute Leistungen in Theorie und Praxis die Grundlage für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben sind und ihnen die Schönheit und Kreativität unseres Berufes nahe bringen.“

Besonders gut findet es Grit Großmann, dass sich die Lehrlinge im Zuge der neuen zeitgemäßeren Ausbildungsordnung in jenen Bereichen spezialisieren können, in denen sie ihre berufliche Perspektive sehen, ohne dass die leistungsschwachen Lehrlinge unbedingt „durchgeschleppt“ werden müssen. Dennoch sei gewährleistet, dass die Verkäuferinnen wissen, was hinten in der Backstube passiert, und die künftigen Gesellen während der Ausbildung lernen, wie man Backwaren verkaufen muss, denn letztlich entscheidet sich erst an der Ladentheke der Erfolg oder Misserfolg eines Handwerksbetriebes, selbst wenn an Beute und Backofen ausnahmslos beste Qualität produziert wird. Auf die neuen Anforderungen, die sich aus der überarbeiteten Ausbildungsverordnung ergeben, müssen sich auch die Ausbilder in den Betrieben und die Mitglieder der Prüfungsausschüsse umstellen und dabei mit dahergebrachten Gewohnheiten brechen.

„Doch nur mit Hilfe dieser zeitgemäßen Berufsausbildung können wir auch mit Blick auf die demografische Entwicklung die Zukunft unseres Bäckerhandwerks sichern.“


Artikel vom 22.02.2007
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