Regional
Am Image muss noch gearbeitet werden
Bäckerinnung München hat Qualitätssiegel für „Premiumbäcker“-Standard im Visier

Obermeister Heinz Hoffmann appellierte an die Mitglieder, sich mit Qualität deutlicher vom Handel zu differenzieren. Foto: Eberhardt Foto: Eberhardt
Sorge macht dem Obermeister allerdings der massive Preiskampf von Discountern und Supermärkten. Das größte Problem der backenden Handwerksbetriebe sieht Hoffmann im schlechten Image des Berufsstandes. Noch immer herrsche in der Öffentlichkeit der Eindruck, der Beruf des Bäckers sei unattraktiv. Der wichtigste Faktor für eine gedeihliche Zukunft des Bäckerhandwerks sei jedoch ein positives Image. Und gerade hier gebe es einen sehr großen Nachholbedarf. Entscheidend sei: „Die schmeckbare Qualität muss im Mittelpunkt der Unterscheidung zwischen Bäckerhandwerk und den Konkurrenten stehen.“ Doch „wenn wir die gleichen Industrieteiglinge aufbacken wie die Billiganbieter – nur das Ganze wegen unserer höheren Personalkosten teurer anbieten – ist das dem Qualitätsgedanken sehr abträglich.“
Unterscheiden muss sich auch der Verkauf: Verkäuferinnen müssen fachkundig, freundlich und gepflegt sein. Die Münchner Innung habe im letzten Jahr angeboten, dass Hauptgeschäft ihrer Mitglieder kostenfrei von einer Unternehmensberatung durch einen anonymen Einkauf bewertet zu lassen. Kosten entstünden erst bei der Prüfung von Filialen. Doch nur 18 Betriebe mit insgesamt 57 Filialen haben sich getraut, die anonymen Tester reinzulassen. Vielleicht, weil die Unternehmer wissen, wo ihre Schwächen liegen? Der Vorstand überlege nun, einen sogenannten „Premiumbäcker“-Standard einzuführen und dafür ein Qualitätssiegel zu vergeben, das nur ein Jahr gültig ist. Hoffmann bat die Mitglieder, sich an der Ideenfindung zu beteiligen.
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