Baden & Württemberg

Alfred Schweizer ist jetzt Obermeister

Versammlung der Innung Zollernalb / Referat über Controlling und Krisenbewältigung


Dürrwangen (gt). Ein schöner Vertrauensbeweis wurde dem Bisinger Bäckermeister (BM) Alfred Schweizer bei der Generalversammlung der Bäckerinnung Zollernalb im Cafe „Catrina“ mit der einstimmigen Wahl zum neuen Obermeister (OM) zuteil, der damit die Nachfolge von Karl Stopper aus Schömberg antritt.

Zum Wechsel in der Führung der Innung war es gekommen, weil der bisherige OM Karl Stopper seinen Betrieb mit Beginn des neuen Jahres in jüngere Hände gelegt hatte. Die Glückwünsche der Kreishandwerkerschaft überbrachte der stellv. Kreishandwerksmeister Jost Herion, der die weiter steigende Bürokratie scharf kritisierte. Sowohl die „Rente mit 67“ wie die „Erhöhung der Mehrwertsteuer“ seien der falsche Weg, denn sie würden nur den wirtschaftlichen Aufschwung bremsen und die Schwarzarbeit fördern. Hinzu komme, dass überall nur noch abkassiert werde. So würden zum Beispiel im Jahre 2007 die Mini-Jobs teurer.

Über steigende Leistungen der Auszubildenden und eine sehr gut funktionierende Zusammenarbeit mit der Gewerblichen Schule Sigmaringen berichtete Lehrlingswart Jochen Holweger. Da bei der Einstellung eines neuen Auszubildenden zunächst nicht gesagt werden könne, ob die Berufsentscheidung richtig war, gab der Lehrlingswart seinen Kollegen den Tipp, mit den jungen Menschen zunächst lediglich ein Praxisjahr mit Aussicht auf Abschluss eines Lehrvertrages zu vereinbaren.

Die von Geschäftsführer (GF) Gerolf Otto vorgelegte Jahresrechnung 2005 fand die ungeteilte Zustimmung der Versammlung. Ernst Zimmermann, der zusammen mit Helge Leder die Bücher geprüft hatte, teilte mit, dass alles in bester Ordnung gewesen sei. Die Entlastung von GF Otto und dem gesamten Vorstand erfolgte einstimmig per Akklamation. Grünes Licht gab die Versammlung auch dem Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2006. Zügig und reibungslos gingen auch die notwendigen weiteren Wahlen unter der Regie von Vorstand Joost Bremer von der Bäko Südwürttemberg in Reutlingen über die Bühne. Stellv. Obermeister: Jochen Holweger; Kassenprüfer: Ernst Zimmermann und Helge Leder.

Ein sichtbares Zeichen des Dankes und der Anerkennung wurde dem scheidenen OM Karl Stopper zuteil. Unter dem Beifall der Versammlung würdigte Alfred Schweizer das ehrenamtliche Engagement seines Vorgängers, der vier Jahre als OM und zuvor bereits sechs Jahre als stellv. OM die Geschicke der Innung mit großem Erfolg geleitet habe.

Ein interessantes Referat über die erfolgreiche Unternehmensführung mit Hilfe der ständigen Kontrolle aller betriebswirtschaftlichen Daten von Vorstand Joost Bremer löste eine lebhafte Diskussion in der Versammlung aus. Anhand praktischer Beispiele berichtete das Reutlinger Vorstandsmitglied über Anzeichen und Früherkennung von finanziellen Schieflagen des Handwerksbetriebs, wobei die Zahlentransparenz der Schlüssel zum Erfolg sei. Damit habe man in der Vergangenheit einige Betriebe wieder in die Spur bringen können.

Sehr oft werde beispielsweise die Bedeutung der Warengruppen unterschätzt, weil der Wareneinsatz sehr unterschiedlich sei. Zu den Krisenzeichen gehören steigende Kontokorrent-Kredit-Inanspruchnahme, Verlustausweisung und Eigenkapitalverzehr, Aufschiebung notwendiger Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen. Im Rahmen einer Krisenbewältigung erarbeite die Bäko jedoch unter Einbindung der Bank die notwendigen Sanierungskonzepte für die Betriebe.


Artikel vom 20.04.2006
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