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50 Bäcker, ein Reformator und 20 Cent

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In Niedersachsen beteiligen sich Innungen im Lutherjahr an der Aktion „Gemeinsam für Gerechtigkeit backen“

Niedersachsen Hannover (abz). Unter dem Motto „Backen für Gerechtigkeit“ backen mehr als 50 Innungsbäcker in Niedersachsen noch bis zum 15. Oktober „Reformationsbrötchen“, verkaufen sie an rund 500 Filialen und spenden pro Stück 20 Cent an die kirchlichen Übersee-Hilfswerke „Brot für die Welt“ und „Misereor“.

Schmackhaftes

Jubiläum

„Wir backen ein Traditionsgebäck aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, das dort regelmäßig zum Reformationstag hergestellt wird,“ sagte Landesinnungsmeister Dieter Baalk im Vorfeld. „Unseren Kunden wollen wir das Reformationsjubiläum so im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen“.

Die Brötchen werden in eigens erstellten Tüten mit dem Konterfei des Reformators verkauft. „Mit den in Form der Lutherrose bringen die Bäcker bei vielen Menschen ein weltweit bekanntes reformatorisches Symbol in die Tüte und auf den Tisch – und damit direkt in ihren Alltag”, sagte Landesbischof Ralf Meister.

Die Reformationsbrötchen sind ein Traditionsgebäck aus Ostdeutschland. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden sie regelmäßig zum Reformationstag hergestellt. Das Gebäck symbolisiert eine Lutherrose – das Siegel, das Martin Luther ab 1530 für seinen Briefverkehr verwendet hat. Das Motiv von weißer Rose mit rotem Herz hat seinen Ursprung in der Augustinerkirche in Erfurt, in der Luther studiert hat.

Das Reformationsbrötchen ist im weiten Umkreis von Leipzig bekannt – unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In der Gegend um Dresden und im Vogtland ist als Gegenstück zum Reformationsbrötchen das Reformationsbrot bekannt.

„Pfaffenkäppchen“

mit Mandelblättchen

Früher wurde dieses Gebäck auch als „Pfaffenkäppchen“ oder „Tetzelmütze“ bezeichnet. Der Teig ähnelt einem leichten Stollenteig, der aber mit deutlich weniger Butter und Rosinen als ein traditioneller Christstollen hergestellt wird.

Die Reformationsbrote werden mit heißer Aprikosenkonfitüre bestrichen und anschließend mit Fondantglasur überzogen sowie mit Mandelblättchen bestreut.

Aktionsstart (von links): Landesinnungsmeister Dietmar Baalk, Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann, Reformationsbotschafterin Bettina Wulff, der ev. Landesbischof Ralf Meister, Dompropst Martin Tenge.
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