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„Wir müssen in die Schulen gehen“

Fritz Trefzger will als Obermeister auch in die nächste Runde gehen.+
Fritz Trefzger will als Obermeister auch in die nächste Runde gehen.

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Nachwuchswerbung für Obermeister Trefzger vorrangig / Innung für Zuwachs offen

Baden & Württemberg Lörrach/Schopfheim (ag). Seit 14 Jahren ist Fritz Trefzger jr. Obermeister der Bäckerinnung Lörrach. Seine Kollegen nahmen es mit viel Zustimmung auf, als Trefzger in einer Vorstandssitzung erklärte, dass er sich in der Fühjahrsversammlung 2011 wieder für das Amt zur Verfügung stellen werde. Damit ist die Kontinuität in der Innung gesichert. Fritz Trefzger hat das Ehrenamt 1996 von seinem Vater mit gleichen Vornamen übernommen, der über 20 Jahre Obermeister war. Da ist es kein Wunder, wenn Fritz Trefzger immer mal wieder neue Führungsämter angetragen werden. Nicht allen diesen Wünschen kann der Bäckermeister gerecht werden. Schließlich führt er in Schopfheim auch eine Bäckerei-Konditorei mit Café. Nur weil die Ehefrau so fest im Betrieb verankert ist, kann sich Trefzger die gewissenhafte Wahrnehmung seiner Ehrenämter zeitlich leisten. Im Bäckerhandwerk ist er noch Kandidat für höhere Ämter. In seinem heimatlichen Landkreis Lörrach ist er stellvertretender Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft.

Das Nachwuchsproblem im Bäckerhandwerk beschäftigt Trefzger in besonderer Weise. „Wir müssen um die besten Köpfe für unser Handwerk kämpfen“, sagt der Obermeister im Gespräch mit der ABZ. ,,Wir müssen vor allem in die Schulen gehen. Tun wir es nicht, dann tun es andere.“ In der Werkrealschule sieht Trefzger eine große Chance. Mit Abiturienten in der Backstube hat er gute Erfahrungen gemacht. Den Kunden will er nahe sein. Das sei die große Chance für die Familienbäckereien. Den Wettbewerb mit den Großbäckereien und Supermärkten nimmt Trefzger sehr ernst, aber er fürchtet ihn nicht. Im Rückblick auf das Jahr 2010 sagt Trefzger: „Es war für unsere Innung nicht leicht. Dabei betont er besonders, wie schwer der Verlust des Bäckers und Fachlehrers Wilhelm Jung war. Jung war erst 61 Jahre alt, als er im vergangenen Sommer völlig unerwartet starb. Die Lücke, die er hinterlassen hat, lasse sich kaum schließen. „Einen zweiten Wilhelm Jung gibt es nicht. Allein die Informationen, die Jung viele Jahre lang aus Detmold mit brachte, habe den Lörracher Kollegen einen gewaltigen Informationsvorsprung verschafft.“ Natürlich wolle man die Verbindung nach Detmold nicht abbrechen lassen. „Die Innung Lörrach ist schon allein stark, doch wenn im Zuge der Konzentration im Handwerk eine Nachbarinnung zu uns kommen möchte, haben wir dafür offene Türen“, betont Trefzger.

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