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„Warme Gerichte“ nach außen verlagern?

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Innung Ravensburg: Infoveranstaltung in Sachen neue Ausbildungsverordnung

Ravensburg (p). Hinsichtlich der neuen Ausbildungsverordnung gibt es nach wie vor Erklärungsbedarf. Das war Anlass für die Bäckerinnung Ravensburg, zu einer Informationsveranstaltung in die Räume der Bäko Ravensburg-Oberschwaben einzuladen. Dort referierte Gerold Heinzelmann, Vorsitzender des Berufbildungsausschusses des LIV Württemberg, über den neuen Ausbildungs-Rahmenplan der Bäcker. Heinzelmann erklärte die neue Verordnung über die Berufsausbildung. Speziell § 5 (Ausbildungsberufsbild) wurde umfassend erklärt und diskutiert. Heinzelmann zeigte alle neu geforderten Fertigkeiten und Kenntnisse auf und legte sie umfassend dar.

Anschließend referierte Rektor Schmid von der Gewerblichen Schule Ravensburg über die Lernfelder in der Berufsschule. Durch die gestiegenen Anforderungen an die Arbeitnehmer stiegen auch die Anforderungen an die Auszubildende. Die Zeit der Hilfsarbeiter sei vorbei, so Schmid. Nur noch 20 Prozent aller anfallenden Arbeiten könnten von Hilfspersonal ausgeübt werden. Für die restlichen 80 Prozent brauche es gut ausgebildete Fachkräfte. Schmid machte aber auch deutlich, dass die Schulen nur mit entsprechend guten Schülern auch die geforderten Ergebnisse erzielen zu könnten.

Fachlehrer Schiele erklärte die Umsetzung der Lernfelder im praktischen Unterricht. Dabei dokumentierte er einen Schultag der ersten Bäckerklasse. Die Schüler mussten Plunderteilchen herstellen – unter Berücksichtigung aller Betriebsabläufe wie Rohstoffeinkauf, Materialüberprüfung, Kalkulation, Herstellung des Gebäcks und abschließende Qualitätsbeurteilung.

Bei der anschließenden Diskussion wurden Bedenken bezüglich der Umsetzung der Verkaufsschulung von Bäckern und der Zubereitung von warmen Gerichten geäußert.

Spontan meldete sich hier Susanne Schaugg, zuständig für Mitarbeitermanagement der Stiftung Liebenau, und bot ihre Institution für eine überbetriebliche Ausbildung in Sachen Herstellung warmer Gerichte an. Bei der Stiftung Liebenau sind Köche, Bäcker und Metzger im Haus beschäftigt und können die Schulung ca. 3 Tage im Haus kompetent durchführen.

Rektor Schmid wies darauf hin, dass Computerkenntnisse auch außerhalb des Betriebes zum Beispiel bei der Volkshochschule in Abendkursen erlernt werden können. Die Kosten hierfür übernimmt der Betrieb, der Azubi investiert dafür seine Freizeit in Bildung.

Abschließend wurde die neue Verordnung allgemein positiv bewertet. Es gelte aber, in der Umsetzung etwas Mut und Kreativität einzubringen und eventuell auch Teile der Ausbildung nach außen zu verlagern. Am Ende profitieren bei optimaler Umsetzung die Betriebe und die Azubis gleichermaßen, war man sich einig.

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