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„Suche fachliche Fern-Beziehung“

Die Unternehmer Carmen und Karlheinz Stollenmeier setzen auf kollegialen Austausch und neue Ideen.  (Quelle: Stökle)+
Die Unternehmer Carmen und Karlheinz Stollenmeier setzen auf kollegialen Austausch und neue Ideen. (Quelle: Stökle)

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Karlheinz Stollenmeier ist als Bäcker schon viel in der Welt herumgekommen und setzt auf intensiven Austausch

Baden & Württemberg H üttlingen (uls). Langeweile kann nicht der Grund sein, warum es Karlheinz Stollenmeier (48) in die Ferne zieht. Sein Stammgeschäft in Hüttlingen, einem 6000 Seelen-Ort nahe Aalen am östlichen Rand der schwäbischen Alb, ist der frequentierte Dreh- und Angelpunkt im Ort. Die Kunden geben sich die Klinke in die Hand, mehrere Verkäuferinnen gleichzeitig arbeiten auf Hochtouren. Außerdem der Treff zum Frühstück und Zeitungslesen im gut besetzten Sitz-Café, die örtliche Postbotin liefert Briefe und bleibt für einen kurzen Kaffee im Steh-Café – zum Informationsaustausch. Und das alles in der Atmosphäre „mitten in der Backstube“. Öfen, Arbeitstische und Stikkenwagen mit frisch produzierter Ware sind durch Glas in den Verkaufsraum integriert und umgekehrt, die Truppe der Bäcker ganz in Weiß balancieren die heiße Ware auf Blechen direkt in Theken und Regale. Besser kann man „Frische“ und „vor Ort von Hand gemacht“ nicht mehr präsentieren. Und mittendrin die Inhaber – voll in Aktion.

Stollenmeiers Ehefrau Carmen koordiniert die Mannschaft im Verkauf, er selbst, seines Zeichens Obermeister der Innung Aalen, dirigiert die Backstube. Kaum zu glauben, dass sich dieses Energiebündel bei einer kurzen Verschnaufpause im Nebenraum ganz ruhig auf einen Stuhl setzen kann, um seine neueste Idee zu präzisieren: Er sei ein aufgeschlossener Mensch, immer neugierig. Stollenmeier wurde seine schwäbische Heimat jedenfalls schon öfter zu eng. Im Gegensatz zu seiner Frau. Die ist heimischer, heimatverwurzelter als ihr Mann. Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich an.

Stollenmeier war schon auf „Dienstreisen“ weltweit. In Los Angeles zeigte er einem Bäcker, wie schwäbische Brezeln geschlungen werden. Im Gegenzug hat er von ihm amerikanische Zimtschnecken mitgebracht. Seitdem ein Renner in seinem Sortiment auf der schwäbischen Alb. Auch im Elsass und in Italien war er auf Studienreise. Was Stollenmeier jetzt aber sucht, geht weiter, als nur Rezept-Tipps zu geben: Einen Gleichgesinnten sucht er, mit dem er sich intensiv austauschen kann – eine Art privater Erfa-Kreis.

Wenn es passt, sei auch ein temporärer „Betriebstausch“ wünschenswert, so Stollenmeier: „Ein schwäbischer Kollege in Hamburg, Hannover oder Berlin würde bei den Kunden auffallen, wenn er mit seinem Partner-Bäcker für zwei Wochen „süddeutsche Wochen“ mit Spezialitäten aus dem wilden Süden anbietet. Im könnte ein Kollegen „von der Küste“ in seinem Hüttlinger Geschäft ein paar Tage Franzbrötchen und Rundstücke vorstellen – inklusive Kunden-Gewinnspiel mit einem Wochenende in Hamburg als Hauptpreis, lässt er seinen Ideen freien Lauf. Stollenmeiers „Mitgift“ kann sich jedenfalls sehen lassen: Seine Bäckerei floriert und ist wirtschaftlich kerngesund. Mit dem Stammgeschäft und drei Filialen werden jede Woche fünf Tonnen Mehl verarbeitet. Dabei kann er auf eine Retourenquote von drei Prozent verweisen. Gegründet hat er den Betrieb vor 22 Jahren mit seiner Frau, heute arbeiten hier 50 Mitarbeiter.

Jetzt sucht Stollemeier auch für wirtschaftliche, technische, planerische, philosophische Themen einen „Sparrings-Partner“. Dabei geht es ihm nicht darum, Ideen zu klauen. Wie erwähnt – beiderseitig sollen diese Kontakte von Nutzen sein. „Suche fachliche Fern-Beziehung zum Ideentausch“, so könnte man eine mögliche Kleinanzeige antexten.

Kontakt und Infos:

Tel. 07361 76430

Mobil 0176 84764655

stollenmeier@online.de

www.stollenmeier.de

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