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„Porsche-Prinzip“ als Vorbild für das Bäckerhandwerk

Carmen Heincke (M.) nimmt von LIM Bernd Siebers (l.) und GF Walter Dohr die
Auszeichnung als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ entgegen. Foto: Heck+
Carmen Heincke (M.) nimmt von LIM Bernd Siebers (l.) und GF Walter Dohr die Auszeichnung als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ entgegen. Foto: Heck

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Rheinland_Pfalz

Unternehmertag Rheinland: Marketing und Ausbildung sind wichtige Investitionen in die Zukunft.

Wer sich im heutigen Markt erfolgreich positionieren will, braucht neben Qualität auch eine unbedingte Konsequenz im Handeln. Diese Überzeugung vertrat Landesinnungsmeister Bernd Siebers vor seinen Kollegen beim diesjährigen Unternehmertag in Bad Neuenahr/Ahrweiler.

Als bestes Beispiel für wirtschaftlichen Erfolg und Absatzsteigerungen trotz Krise sieht er den Autobauer Porsche. Dessen Prinzip „Immer ein Auto weniger bauen als der Markt es verlangt“ könne man auch auf das Bäckersortiment übertragen. Es gehe darum, ein einzigartiges Kauf- und Besitzerlebnis anzubieten. Wer darüber nachdenke, komme zu dem Schluss, dass es durchaus nicht von Nachteil ist, immer ein Brot weniger im Regal zu haben, als bis in die Abendstunden hinein gefragt sei.

Es sei wichtig, Zusatzverkäufe auf der emotionalen Schiene zu begleiten. Der Snackverkauf und der Außerhausverzehr seien nach wie vor die größten Chancen, bei den Konsumenten Pluspunkte zu ernten.

Auch den Rheinischen Verband bewegt die Nachwuchsfrage. Derzeit sind 15 bis 20 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt und werden dies voraussichtlich auch bis Jahresende bleiben. „Das Umfeld wird sich kaum verbessern bis zum Jahr 2025“, lautete die Prognose. Dabei müsse man ins Auge fassen, dass zwei Faktoren für die Berufswahl ausschlaggebend seien. Zum einen die Ausbildungsvergütung und zum andern die Zufriedenheit mit der Ausbildungsstelle. Vor allem an letzterem lasse sich viel verändern. Bei der Beliebtheit der Ausbildungsberufe liegt die Bäckerzunft im Mittelfeld. Nun komme es nicht nur darauf an, die passenden Lehrlinge zu finden, sondern auch das Ausbildungsniveau insgesamt zu erhöhen.

Im Sinne eines besseren Marketings wird es künftig sowohl in NRW als in Rheinland-Pfalz einen Landeehrenpreis für die erfolgreichsten Bäckereien geben. Ein wichtiges Kriterium für die Auszeichnung in diesem Rahmen wird die dreimalige Beteiligung an der Qualitätsprüfung der IQ-Back mit der Note „sehr gut“ sein.

Ebenso wie bei den Kollegen aus Westfalen-Lippe, die mit Geschäftsführer und Landesinnungsmeister vertreten waren, ging es auch im Rheinland um die vorgesehene Fusion der beiden Verbände. Diese komme nicht aus der Not, sondern aus einer Situation der Stärke zustande, so Landesinnungsmeister Bernd Siebers. So komme dauerhaft eine starke Organisation mit hoher Dienstleistungskompetenz zusammen. Diese gelte es bereit zu halten, um den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich begegnen zu können und dem Abschmelzungsprozess der backenden Betriebe entgegen zu treten. So schrumpfte die Zahl der Mitgliedsbetriebe im Rheinland im letzten Jahr um 4,1 Prozent von 1181 auf 1132 Bäckereien. Am Organisationsgrad (73 %) änderte sich dagegen nichts.

Auf einen Standort für den Verband nach der Verschmelzung habe man sich allerdings noch nicht festgelegt.

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