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Hamburg
Präsident Peter Becker fordert Politik zum Handeln auf
Hamburg (af). „Senken Sie Steuern und Abgaben, sorgen Sie für deutlich mehr Kaufkraft!“ Diese Forderung an die Politik stellte Peter Becker, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, in den Mittelpunkt seiner Rede zur traditionellen Jahresschlussversammlung vor rund 300 geladenen Gästen. Unter ihnen waren Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust sowie weitere Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Medien.
Wie Becker betonte, würde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und damit auch die im Handwerk im Großen und Ganzen recht erfreulich verlaufen. Dies sei aber vor allem einem starken Welthandel und internationaler Nachfrage nach deutschen Produkten zu verdanken. Für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in unserem Lande reiche das aber nicht aus: „Wir brauchen in Deutschland dringend eine breite Stärkung der Binnennachfrage, d.h. mehr Netto vom Brutto, nur so kann die Konjunktur stabilisiert werden!“
Angesichts rasant steigender Energie- und Lebensmittelpreise würde das reale Einkommen der Bürger weiter sinken. Kleine und mittlere Betriebe hätten darüber hinaus mit hohen Steuern und Abgaben, mit der Bürokratie und den starren Regeln des Kündigungsschutzes zu kämpfen. Mit Sorge betrachtetet er die Entwicklung, dass in Hamburg immer mehr Handwerksbetriebe aus angestammten städtischen Quartieren vertrieben werden. „Steigende Mieten, die von kapitalstarken Handelsketten gezahlt werden, leiten den Exodus ein. Wenn dann in den Bezirken keine neuen, bezahlbaren Gewerbeflächen ausgewiesen werden, wandern die Betriebe ab. In der Folge büßen die Quartiere nicht nur ihre Vielfalt ein, auch wichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze gehen verloren.“
Ein großer Erfolg ist für Becker die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt im Hamburger Handwerk: „Mit insgesamt 2721 neu eingetragenen Lehrverträgen haben wir nicht nur das Vorjahresergebnis übertroffen, es sind Ende November 2007 bereits mehr Ausbildungsverträge als im gesamten Jahr 2006. Besonders erfreulich: Mehr als ein Drittel dieser Verträge wurde mit Betrieben abgeschlossen, die entweder nach langer Zeit wieder oder zum ersten Mal überhaupt einen Lehrling eingestellt haben.“
Als ein weiteres wichtiges Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Handwerks bezeichnete Becker die erst vor wenigen Tagen erteilte Akkreditierung des Studiengangs „Bachelor of Arts – Business Administration“ an der Berufsakademie Hamburg. „Damit ist die Handwerkskammer Hamburg die erste Handwerkskammer in Deutschland, die in eigener Verantwortung einen allgemein anerkannten Hochschulabschluss anbietet.“
In seiner launigen, in Form eines selbst verfassten Gedichtes vorgetragenen Antwortrede dankte Bürgermeister Ole von Beust Kammerpräsident Peter Becker für die Zusammenarbeit – nicht immer frei von Meinungsverschiedenheiten, aber stets vertrauensvoll und konstruktiv. Abschließend bot er ihm das Du an: „...und gibt’s jetzt im Saal auch Gejohle, Du bist der Peter, ich der Ole!“
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