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50 Jahre deutsche Meisterschaft

Unser Bild zeigt Obermeister Karl Stopper (r.) mit den geehrten Bäckermeistern Eberhard Sinz, Alfons Frommer, Josef Herbst und Bernhard Deufel.  (Quelle: Töpfer)+
Unser Bild zeigt Obermeister Karl Stopper (r.) mit den geehrten Bäckermeistern Eberhard Sinz, Alfons Frommer, Josef Herbst und Bernhard Deufel. (Quelle: Töpfer)

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Verleihung der Goldenen Meisterbriefe bei der Kreishandwerkerschaft Zollneralb

Balingen (gt). Zum Ausklang des vergangenen Jahres erhielten 54 Handwerksmeister aus dem Zollernalbkreis, darunter auch 6 Bäckermeister, den Goldenen Meisterbrief, die mit ihrer Lebensleistung nach dem Krieg zum Wiederaufbau des Landes maßgeblich beigetragen haben.

Nach einem musikalischen Willkommensgruß durch das Blechbläserensemble „Handwerkerjahrtag Haigerloch“ hieß der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Zollernalb, Tilmann Hesselbarth, die große Schar der Gäste, unter ihnen auch Landrat Willi Fischer, Oberbürgermeister Dr. Edmund Merkel und den Landtagsabgeordneten Günther-Martin Pauli (CD), in den Räumen der Sparkasse Zollernalb willkommen.

Starke Beachtung fand die Festansprache von KHM Herbert Gühring, der noch einmal an das Jahr 1954 erinnerte in dem die Altmeister ihren großen Befähigungsnachweis erworben hatten. Zu dieser Zeit sei die erfolgreiche Aufbauphase der Bundesrepublik Deutschland in vollem Gange gewesen, die später dann zum Wirtschaftswunder werden sollte von dem heute noch alle profitieren würden. Den Altmeistern bescheinigte Herbert Gühring, alle ein Teil dieses Wirtschaftswunders zu sein und damit zum Erfolg beigetragen zu haben.

Leider könne er jedoch zur aktuellen Situation im Handwerk nicht allzu viel Positives berichten, denn die Wirtschaft stecke derzeit in einer schwierigen Phase und auch das Handwerk im Zollernalbkreis habe mit diesen Problemen zu kämpfen. Fast täglich würden Hiobsnachrichten aus der Politik zur Finanzlage des Staates, des Landes und der Kommunen kommen. Fast täglich werde eine neue Idee präsentiert mit der der Staat dem Bürger noch mehr in die Tasche greifen wolle, was jedoch oftmals bereits am nächsten Tag wieder verworfen werde.

Die Glückwünsche der Handwerkskammer Reutlingen und ihres Präsidenten Joachim Möhrle überbrachte Hauptgeschäftsführer Roland Haaß, der dabei auf die Bedeutung des Meisters als Sinnbild für besondere Qualität und Verantwortung, insbesondere für die finanzielle Verantwortung, verwies. Dergleichen gebe es nämlich in keinem anderen Land der Welt.

Als die Altmeister im Jahre 1954 ihren großen Befähigungsnachweis erworben hätten, habe es auch schon Kunden gegeben, die nur schleppend bezahlt hätten.

Darüber hinaus habe man sich damals Sorgen um das Betriebsverfassungesetz, Schwarzarbeit und kürzere Arbeitszeiten gemacht. Hinzu sei gekommen, dass die Kommunen bei der Auftragsvergabe nicht immer die „VOB“ (Verdingungsordnung für das Baugewerbe) beachtet hätten. Eine Änderung gebe es mittlerweile bei der Pflichtversicherung, die in der Zukunft der Vergangenheit angehören werde.

Was im Augenblick fehle sei ein Ereignis wie das „Wunder von Bern“ im Jahre 1954 mit dessen Erfolg seinerzeit Kräfte freigesetzt wurden, die die ganze Republik motiviert hätten. Diese Aufbruchstimmung würde jedoch dringend benötigt. Die Altmeister hätten jedoch damals den Mut nicht verloren, denn ihr Wunsch nach Selbständigkeit sei sehr groß gewesen. Zugleich hätten sie der sozialen Marktwirtschaft mit zum Erfolg verholfen.

Zu Beginn des letzten Jahres hätte das Handwerk mit der Novellierung der „HWO“ (Handwerker-Ordnung) einen Tiefschlag hinnehmen müssen. Offensichtlich seien der Regierung die Demonstrationen des Handwerks zu viel gewesen und man habe ihm damit einen Denkzettel verpassen wollen, schloß Roland Haaß seine Ausführungen, bevor die feierliche Verleihung der Meisterbriefe durch KHM Herbert Gühring und die Obermeister erfolgte. Im Anschluss lud die Sparkasse Zollernalb ihre Gäste zu einem Imbiss nebst Umtrunk ein.

Aus dem Bäckerhandwerk erhielten den Goldenen Meisterbrief (soweit sie anwesend waren):

Herbert Widmann, Burladingen; Eberhard Sinz, Haigerloch; Georg Keck, Rosenfeld; Alfons Frommer, Hechingen sowie Bernhard Deufel und Josef Herbst (beide Albstadt).

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