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„Im ersten Anlauf war das nicht zu bekommen“

Höflinger hat mehreren Müller-Brot-Filialen sein Aushängeschild verpasst.+Weitere Fotos (2)
Höflinger hat mehreren Müller-Brot-Filialen sein Aushängeschild verpasst.

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Bayern

Was wird aus Müller-Brot? Der Alteigentümer und der Insolvenzverwalter schweigen. Nur einer sagt etwas – und schafft leise ein paar Tatsachen.

München „Höflinger bleibt Höflinger, Müller-Brot bleibt Müller-Brot.“ Drei Monate ist es her, dass Franz Höflinger das gesagt hat. Kurz davor hatte der Münchner Backwarenhändler gemeinsam mit der Unternehmerin Eva Müller 150 Filialen der Müller-Brot GmbH übernommen. Jetzt hat Höflinger umgestellt. Ein knappes Dutzend alter Verkaufsstellen in Rewe-Märkten firmieren dem Vernehmen nach nicht mehr unter „Müller-Brot“, sondern unter seinem Namen. Warum die Umfirmierung? Rewe wolle nicht, dass der Name Müller-Brot weiter in seinen Läden auftaucht, teilt Höflinger über seinen Pressesprecher mit.

Und Höflingers Schriftzug hängt nicht nur in Vorkassenzonen über ehemaligen Müller-Brot-Theken. „Es sind Einzelfälle“, sagt sein Sprecher über andere umgemodelte Filialen. Er erklärt das mit „emotionalen Gründen der Vermieter im Zusammenhang mit der Insolvenz“ von Müller-Brot. Alles in allem etwa 20 Mal hat das Aushängeschild gewechselt. „Rund 130 übernommene Filialen behalten ihren alten Namen“, heißt es nun.

Neu ins Leben gerufen haben Franz Höflinger und seine Geschäftspartnerin Eva Müller die Münchner Backkultur GmbH. Gegenstand der Firma ist der Groß- und Einzelhandel mit Back- und Konditoreiwaren, der Firmensitz ist in Neufahrn – am Standort von Müller-Brot. Von ihren Schreibtischen aus haben Höflinger und Eva Müller nicht weit in die Produktion. Vom Kauf der Produktion allerdings sind sie weiter entfernt als noch vor ein paar Monaten. Diesen Eindruck erweckt jedenfalls Höflingers Sprecher. „Im ersten Anlauf war das nicht zu bekommen, seit längerem wird nicht mehr verhandelt“, ist von ihm zu erfahren.

Dass keine Gespräche stattfinden, liege einmal daran, dass die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt seien. Die Fabrik stehe auf einem Erbpacht-Grundstück. Auch gebe es Eigentumsvorbehalte bei Maschinen, wichtige Austauschteile gehörten zur Insolvenzmasse. „All diese Punkte muss der Verkäufer klären“, betont Höflingers Pressemann. Höflinger und Müller könnten sich immer noch vorstellen, die Produktion zu übernehmen, es gebe aber auch andere Optionen, es herrsche „kein Zeitdruck.“

Wie sieht das auf Seiten des Alteigentümers, Klaus Ostendorf, aus? Dessen früherer Geschäftsführer Stefan Huhn, der jetzt für ihn spricht, schweigt auf Anfrage der ABZ. Der Sprecher des Insolvenzverwalters sagt „mit Rücksicht auf das laufende Verfahren“ nichts über etwaige Verkaufsverhandlungen. Deutliche Worte findet Freddy Adjan von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in München. „Für die Betroffenen ist das katastrophal“, beschreibt er die Lage ehemaliger Mitarbeiter von Müller-Brot. Allein die Arbeitsagentur in Freising registrierte nach dem Insolvenzantrag 376 Mitarbeiter als „unwiderruflich freigestellt“. Nicht einmal ein Viertel von ihnen hat einen neuen Job gefunden. Viele Entlassene sollen Kündigungsschutzklage eingereicht haben. Ob Alt- oder potenzielle Neueigentümer der Produktion das wohl auf der Rechnung haben?

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