Bayern

18 Meistertitel frisch gebacken

Kandidaten aus ganz Bayern legten in Straubing die Meisterprüfung Bäckerhandwerk


Straubing (nik). Können, Kreativität und Leistungsfähigkeit des bayerischen Bäckerhandwerks zeigten sich wieder bei der Meisterprüfung in Straubing. 18 Bäckergesellen, darunter zwei junge Frauen, erlangten im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Straubing mit der Meisterprüfung die Befähigung zur Selbstständigkeit. Durchschnittliche bis gute Leistungen im praktischen Teil, stellte Gilbert Morgenstern, Vorsitzender der Prüfungskommisssion, fest.

Aus ganz Bayern waren die Kandidaten nach Straubing gekommen, um sich drei Monate lang auf die Meisterprüfung vorzubereiten. Sie wurden von Lehrgangsleiter Franz-Xaver Eyerer und anderen Dozenten intensiv für die praktische und fachtheoretische Prüfung unterrichtet. Die anderen Teile der Meisterprüfung – Wirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik – hatten die Kandidaten bereits andernorts absolviert.

Der Lehrgang fand in der neu gestalteten Lehrbackstube des BTZ Straubing mit komplett modernisiertem Maschinenpark statt. Gilbert Morgenstern lobte die guten Bedingungen und wies besonders auf die computergesteuerten Elektro-Etagenöfen hin, die jedem Prüfungsteilnehmer das Backen im eigenen Herd ermöglichten.

In der dreitägigen Meisterprüfung (zwei Tage Praxis, ein Tag Theorie) mussten die Gesellen aufzeigen, dass sie ihr Handwerk perfekt beherrschen, meisterhafte Leistungen vollbringen können und auch fähig sind, Neues zu schaffen. Wie der Leiter des BTZ, Dipl.-Ing. (FH) Franz-Josef Widua, erklärt, nehmen in Straubing jährlich rund zwei Dutzend Bäcker und Bäckerinnen am Vorbereitungslehrgang teil, der ihnen Fachwissen, kaufmännische und rechtliche Grundkenntnisse sowie Ausbildungskompetenz bringt und stellen sich anschließend der Meisterprüfung. „Der Meisterbrief ist nach wie vor die einzige anerkannte Unternehmerprüfung“, betont er.

Während des praktischen Prüfungsteils – ein Tag war für die Arbeitsprobe, der andere für die Herstellung des Meisterstücks vorgesehen – mussten die Gesellen beweisen, dass sie auch hohen fachlichen Anforderungen des Bäckerhandwerks gerecht werden. Die Aufgaben sind so umfangreich wie die vielen Brot- und Gebäcksorten. So war vom Schwerpunktthema Natursauerbrot über Spezialbrote und vielerlei Weizenkleingebäck bis hin zur Feinbäckerei (Festtagstorte nach eigener Wahl mit passenden Creme- und Sahnedesserts) großes Können verlangt. Mit den angefertigten Backwaren und dem Schaustück als Meisterarbeit war ein Schaufenster zu einem Thema nach freier Wahl zu gestalten. Weiter wurden Kenntnisse im Verkauf einschließlich Verpackungstechniken und Kundenberatung geprüft.

In der Theorie waren unter anderem im Fach technische Mathematik die Nährwerte verschiedener Produkte sowie die Rezeptur eines Sauerteigs und einer Brezenlauge zu berechnen. In der Fachtechnologie mussten Mehlanalysen und chemisch-physikalische Vorgänge beim Backprozess erläutert werden. Detailliertes Wissen über Rohstoffe sowie Betriebs- und Verkaufspsychologie sowie Kenntnisse in Kalkulation und EDV gehörten weiter zum Prüfungsstoff.

Die Prüfungskommission bestand aus Gilbert Morgenstern, Weiden (Vorsitzender), Gerhard Firlbeck, Sünching; Franz Klein, Regensburg; Stefan Lichtenauer, Breitenberg und Josef Weinberger, Schöfweg.


Artikel vom 01.09.2006
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Regional vom 01.09.2006:

Teige und Torten kritisiert
Jetzt gilt es, dran zu bleiben
Der Gesellenbrief bietet Zukunftschancen
Bioprodukte stark im Kommen
Den Abschied vergoldet
„Unser täglich´ Brot gib uns heute“
Auf Regionalität gesetzt
Freisprechung mit Freunden
Brottest auf dem Flughafen
Wiener Flair in Lebenstedt

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Regional


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!