Hessen

100 Jahre und kein bisschen alt

Jubiläum Backhaus Löffler / Unternehmerische und ehrenamtliche Leistung gewürdigt


Heppenheim (dtp). Dass man im Backhaus Dieter Löffler zu Heppenheim nicht nur erstklassige Backwaren produziert, sondern auch eine „akademische Feier“ optimal gestaltet, wurde anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Betriebes deutlich. Vom Hause Löffler und Team sorgfältig und bis ins letzte Detail exakt vorbereitet, verlief die Jubiläumsfeier in eigener Regie kurzweilig. Sowohl vom Bäckerhandwerk als auch aus dem heimischen wirtschaftlichen und politischen Umfeld waren zahlreiche wichtige Persönlichkeiten gekommen, um zu gratulieren.

Landrat Matthias Wilkes meinte zur aktuellen wirtschaftlichen Situation und dem damit verbundenen raschen Wandel, zu klagen helfe nicht. Das Handwerk sei ein Schutzschild gegen die Globalisierung und es sei an der Zeit, dem Handwerk mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Bürgermeister Gerhard Herbert von der Stadt Heppenheim sagte, es gebe Dinge die mit steigendem Alter immer besser werden. Dazu gehörten Rotwein und die Bäckerei Löffler. Solide Betriebe wie dieser seien auch für die Stadt insgesamt sehr positiv. „Dieter Löffler und Familie sind prädestiniert, die Zukunft erfolgreich zu gestalten“, betonte Herbert.

Mittels Dias umriss Dieter Löffler die Firmengeschichte. Sie begann, als 1906 Johann Adam Löffler die Bäckerei gründete und am 28. April 1906 den Laden eröffnete. Vom Sohn seit 1938 weitergeführt, gab dieser die Verantwortung an seinen Sohn, Dieter Löffler, 1970 weiter. Letzterer, auch viele Jahre Obermeister der Innung Bergstraße, baute das Unternehmen stärker aus. Ein neues Backhaus seit 1995 in einem Gewerbegebiet ist äußeres Zeichen dafür. Über 19 Filialen und fünf Wiederverkäufer finden die gebackenen Erzeugnisse ihre Abnehmer. Insgesamt sind 130 Mitarbeiter im Backhaus Löffler tätig. Mehr als hundert Lehrlinge wurden ausgebildet.

Als Vizepräsident des Deutschen Bäckerhandwerks sprach LIM Klaus Hottum. Er ließ die Veränderungen der Bäcker vom ursprünglichen Versorger bis in die Gegenwart hinein Revue passieren. Dabei würdigte Hottum die oft im Hintergrund gehaltenen Leistungen der Bäckerfrauen und erhielt dafür viel Beifall. In Verknüpfung mit Heppenheim als Hort von Kultur nannte Hottum die Kultur des Backens, die nach wie vor sehr ausgeprägt sei. Er schloss mit einem Wort von Albert Einstein: „Leben ist wie Radfahren, man muss sich bewegen, um vorwärts zu kommen.“

Stellv. LIM Klaus Nennhuber sprach in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der HWK Rhein-Main. „Auf das richtige Rezept kommt es an,“ sagte er, „und dazu gehören engagierte Leute an der Spitze,“ das beweise die Bäckerei Löffler seit nun hundert Jahren. Bezüglich der Ausbildungsleistung meinte Nennhuber, die Bäckerei Löffler sei Vorbild für junge Menschen. Weiter würdigte er die ehrenamtlich von Dieter Löffler für Handwerk und Bäckerhandwerk erbrachten Leistungen, „die wären eine eigene Feierstunde wert.“


Artikel vom 16.11.2006
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