Regional
100 Jahre stark im Norden
Bäko-Zentrale Nord feiert Jahrhundert-Jubiläum / Peter Becker verspricht auch für die Zukunft kompetente Hilfe seitens der Genossenschaften

Vorstandsvorsitzender Lutz Henning (von links), Christa Thoben, die als Wirtschaftsministerin die Festrede hielt, Aufsichtsratsvorsitzender Peter Becker und Heinz Essel, Geschäftsführer der BKV-Nord. Foto: Heck Foto: Heck
Aufsichtsratsvorsitzender Peter Becker begrüßte mehrere 100 Gäste, unter ihnen die Vorstände der angeschlossenen Genossenschaften in der Gebläsehalle eines ehemaligen Stahlwerks in Duisburg. „Gelebte Verantwortung“, so Peter Becker, war es, die zur Gründung von Genossenschaften im Handwerk geführt habe.
Die Bäko-Genossenschaften stellten sich von jeher als ein belastbares Seil dar, dessen Stabilität nicht unter Materialermüdung leide. Heute wie damals gehe es darum, selbstbestimmt standes- und verantwortungsbewusst zu agieren. Angesichts mancher Konzernstrukturen habe man hier ein hypermodernes Modell für die Wirtschaft nicht nur aufgestellt, sondern dessen Tragfähigkeit auch über Jahrzehnte unter Beweis gestellt.
Erfolgmodell Familienbetrieb
Dies bestätigte auch Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben: „Familienbetriebe sind und bleiben in der Wirtschaft ein Erfolgsmodell!“ Zudem sieht sie in Familienbetrieben die Chance, den Nachwuchs für die Selbstständigkeit zu begeistern. Sie zitierte in diesem Zusammenhang den Genossenschaftsgründer Schultze-Delitzsch mit den Worten: „Der Geist der freien Genossenschaft ist der Geist der freien Gesellschaft.“ Besonders heute seien Selbsthilfe und Selbstorganisation sehr zukunftsfähig, hob sie hervor. Wenn man so viele Erfolge mit der Selbstverwaltung habe, könne man sich auch auf die nächsten erfolgreichen 100 Jahre freuen. Gerade für das Bäckerhandwerk gelte dies. Denn deutsches Brot sei – wie die Genossenschaften – ebenfalls ein einzigartiges Erfolgsrezept, das sogar als exportfähig angesehen werden kann.
Bernd Dieckmann (Verband der Backmittelindustrie e.V. Deutschland) bilanzierte die vergangenen Jahrezehnte der Zusammenarbeit. Hier habe man Erfolgsgeschichte geschrieben, die es nun fortzusetzen gelte. Dabei seien die Unternehmen des Verbandes gerne bereit, mitzuwirken. Es gelinge den Bäkos seit über 100 Jahren, sich auf veränderte Märkte immer wieder einzustellen. „Wenn es diese Organisationsform nicht gebe, müsste man sie heute erfinden“, betonte er. Zahlreiche Verordnungen und Vorschriften, die das Handwerk überfordern, könnten heute nur noch mit starker und kompetenter Hilfe bewältigt werden.
Bäko als starker Partner
Auch hier komme der überregionalen Dienstleistung der Bäko-Genossenschaften ein großer Verdienst zu. Der hohe Servicegrad und die Kundennähe zeichnen die Bäkos weiterhin aus. Auf diese Weise werde die Genossenschaft unverzichtbarer Partner für die Lieferanten. Der offene Dialog und die Verlässlichkeit prägen seit Generationen das Miteinander zwischen Industrie und Genossenschaften.
Peter Becker stellte abschließend fest: „Wir sind und bleiben Handwerker.“ Daher sei man anders und besser als jene, die mit Blick auf kurzlebige und kurzfristige Erfolge handeln. Das Ideal der Genossenschaft könne und dürfe nicht relativiert werden, um auch in Zukunft an Stärke zu gewinnen.
Dennoch, so stellte Peter Becker heraus, werden die Herausforderungen an die Bäkos künftig zunehmen. Deren Aufgabe müsse es nun sein, Strukturen und Zielsetzungen in Balance mit den neuen Erfordernissen zu bringen.
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