Sachsen
8000 Brote und 2000 Lerchen verkauft
Leipziger Brotmarkt an stark frequentiertem Standort mit Rekordergebnis
Leipzig (ad). Mit einem Rekordergebnis ging Ende April der traditionelle Brotmarkt der Bäckerinnung Leipzig zu Ende. Die elf teilnehmenden Innungsbetriebe verkauften in nur neun Stunden runde 8000 Brote und 2000 Stück der Original Leipziger Lerchen.
Bereits bei der Planung des Brotmarktes gaben sich die Initiatoren der Veranstaltung optimistisch. Das hatte im Vorjahr noch anders ausgesehen. Wegen der Bauarbeiten für den Leipziger City-Tunnel, die derzeit weite Teile der Innenstadt blockieren, musste der Brotmarkt bereits 2004 seinen angestammten Platz am Alten Rathaus verlassen. Statt dessen fand die Veranstaltung im vergangenen Jahr erstmals auf dem Augustusplatz statt. „Wir waren selbst überrascht, wie gut dieser Standort angenommen wurde“, erinnert sich Obermeister Jens Herzog. „Am Nachmittag haben wir noch Brot aus unseren Filialen geholt, doch gegen 16 Uhr waren wir ausverkauft.“ Runde 3500 Brotlaibe wurden damals verkauft.
„Schuld“ an diesem Erfolg war neben der hohen Qualität und der Vielfalt der angebotenen Backwaren nicht zuletzt die günstige Lage des Brotmarktes an einem stark frequentierten Zugang zur Leipziger City. Wer von der größten Tiefgarage der Stadt aus zur Flaniermeile gelangen will, musste den Brotmarkt passieren. Viele Kunden nutzten auf dem Rückweg zu ihren Pkw die Möglichkeit, frisches Bäckerbrot und duftende Brötchen einzukaufen. Mit ihrem Brotmarkt knüpfte die Leipziger Innung an der mittelalterlichen Tradition der Brotbänke an. „Damals durften dort nur die der Innung angehörenden Leipziger Betriebe ihr Brot feilbieten“, sagte Innungssprecher Jürgen Kleinert. „Fremde Anbieter mussten vor der Stadt verkaufen. Was waren das für paradiesische Zustände!“
Ihre diesjährige Auflage des Brotmarktes stellten die Mitglieder der Leipziger Innung unter das Motto des Landesverbandes Saxonia: „Bäckerbrot ist schmackhaft und gesund“. Ein Moderator informierte die Marktbesucher über Geschichte und Herstellung des Brotes sowie über die vielfältigen Rezepturen der Leipziger Innungsbäcker.
Die elf teilnehmenden Innungsbetriebe boten ihren Kunden mehr als 50 Brotsorten an. Die Bandbreite der Laibe reichte von Klassikern wie dem Roggenmischbrot aus Natursauerteig über zahlreiche Spezialbrote bis hin zu modernen Kreationen wie „Bernd“ und dem (Sendung-mit-der-)Mausbrot. Hinzu kam eine große Vielfalt an Brötchensorten. Heimlicher Favorit beim Brotmarkt war eine Spezialität, die an dieser Stelle eigentlich nichts zu suchen hatte: die Original Leipziger Lerche.
Dieses Gebäck ist ein süßer Trost für den bitteren Verlust, den die Feinschmecker der Stadt erlitten, als im Jahre 1876 die Lerche von der Liste der jagdbaren Tiere gestrichen wurde, um sie vor dem Aussterben zu schützen. Zuvor waren allein in Leipzig pro Jahr bis zu fünf Millionen Lerchen gegessen worden. Ein heute nicht mehr bekannter Konditor kreierte daraufhin die Leipziger Lerchen, ein Gebäck, dass sich noch heute großer Beliebtheit erfreut.
Wie gefragt die süßen „Ersatzvögel“ sind, bewies der hohe Abverkauf während des Brotmarktes, der sich auf rund 2000 Lerchen belief.
Alle Rekorde brach jedoch der Brotverkauf. Waren die 3500 Brote des Vorjahres bereits ein Überraschungserfolg, so gingen diesmal rund 8000 Brotlaibe über die Tische der Marktstände. „Es war ein Hammer“, freute sich Obermeister Jens Herzog. Getrübt wurde die Freude der Bäckermeister lediglich durch das sonnabendliche Engagement „der Hygiene“. Deren Augen waren auch am Wochenende in Einsatz und bemängelten die anfängliche Lagerung von Brot und Brötchen unter freiem Himmel. Erst als die zum Verkauf auf dem Brotmarkt bestimmte Ware sorgfältig mit Folie abgedeckt worden war, zeigten sich die Kontrolleure beruhigt.
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