Berlin-Brandenburg
Es geht weiter – auf hohem Niveau
Obermeister Wolfgang Grünberg (Prignitz) übergibt Betrieb an Sohn Ulf
Lenzen (tay). Einen wesentlichen Schritt in Richtung Ruhestand hat Bäckermeister Wolfgang Grünberg zusammen mit seiner Frau Gisela getan. Zu Beginn des Jahres übergab der Obermeister der Bäcker- und Konditorinnung Prignitz seinen Betrieb an Sohn Ulf. Aus dem Berufsleben will sich der 60-jährige aber dennoch nicht zurückziehen. In Zukunft wird Grünberg als Angestellter in der Bäckerei seines Sohn mit Rat und Tat weiter arbeiten. Neu ist diese Situation jedoch für beide nicht. Wolfgang und Ulf Grünberg fahren das Unternehmen bereits seit 4 Jahren familiär zweigleisig. Mit seinen 29 Jahren übernimmt der junge Unternehmer ein über Jahrzehnte solide aufgebautes Unternehmen und einen großen Stammkundenkreis. Bereits 2002 konnte die Bäckerei in der Filzstadt Lenzen das 50-jährige Jubiläum feiern. 1951 kam Walter Grünberg aus dem mecklenburgischen Sternberg zurück in die Heimat und übernahm eine Pachtbäckerei. Nach 25 Jahren übernahm Sohn Wolfgang die Geschicke, der den heutigen Standort der Bäckerei in einer ehemaligen Fleischerei neu einrichtete. Die Urkunde als Bäckermeister ist auf 1971 datiert. Zusätzlich ließ sich Wolfgang Grünberg bei der HO als Konditor ausbilden.
Mit Ulf Grünberg hat nun ein weiteres Familienmitglied die Nachfolge angetreten. Für das Bäckerhandwerk interessierte er sich schon in frühester Jugend, obwohl der Vater ihn lieber als Handelskaufmann gesehen hätte. Die Lehre konnte er bereits zweieinhalb Jahre nach Beginn beenden. 1998 brachte er aus Weinheim die Urkunde als Landessieger von Brandenburg mit nach Hause. Bevor er jedoch beim Vater mit ins Geschäft kam, schnupperte er zur Weiterbildung in Betriebe in Hamburg, Lüchow und Stuvenborn rein. 2001 gab’s den Meisterbrief und zusätzlich wurde in Hamburg noch der Betriebswirt des Handwerks gemacht. 2004 folgte zum vorläufigen Abschluss der Handwerkskarriere noch der Meisterbrief für das Konditorenhandwerk.
Wesentliche Veränderungen will Ulf Grünberg als junger Chef nicht einführen. „Lediglich das Büro wird nun endlich um eine EDV-Anlage erweitert und da wird eine Menge Arbeit auf mich zukommen.“ Die Zeit wird dem 29-jährigen dann allerdings in der Backstube fehlen, „wo ich nicht mehr so intensiv mitarbeiten kann.“ 28 Angestellte, insgesamt 5 Filialen und 2 Verkaufswagen erfordern eine organisatorisch geprägte Hand für alle Koordinationen. Ein „Reinreden“ kommt für den Vater keinesfalls in Frage. „Alle Entscheidungen sind von nun ab komplett von ihm zu tragen.“
2 bis 3 Tage in der Woche will Wolfgang Grünberg noch im Betrieb mithelfen. „Jetzt bleibt vielleicht etwas mehr Zeit für die Verbandsarbeit übrig.“ 2002 wurde Grünberg als neuer Obermeister für die Prignitz in dieses Amt gewählt. Und dann ist da noch ein besonderes Hobby, das Bootsfahren, das mehr in den Vordergrund der Freizeitaktivitäten rücken soll.
Ulf Grünberg will die Beständigkeit des Handwerksbetriebes auch in Zukunft weiter ausbauen und auf dem bisherigen hohen Niveau halten. Dynamische Veränderungen sollen dem Markt angepasst werden. „Mit diesem Konzept wird auch diese Generation erfolgreich bestehen.“
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