Baden & Württemberg
Schmeck‘ den Süden
Bäcker sorgen in Berlin für kulinarische Genüsse

Wilhelm Bräuer (links) aus Königsbach und Martin Reinhardt aus Knittlingen zeigen den Unterschied zwischen der badischen und der schwäbischen Brezel. Ob der auch der internationalen Gästeschar bei der Stallwächterparty in Berlin aufgefallen ist?
Hochrangige Politiker – angefangen von Kanzlerin Angela Merkel und dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, über die früheren Präsidenten Walter Scheel und Richard von Weizsäcker bis hin zu Wirtschaftsgrößen wie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn – mischten sich unter die rund 2300 Gäste, die es sich trefflich unter dem Motto „Schmeck den Süden“ munden ließen, was das regionale Lebensmittel-Handwerk samt einer ganzen Koch Brigade aus dem Nordschwarzwald vorbereitet hatte.
Frisch gebackene Brezeln in der Bundeshauptstadt – „das stellt was dar“, sagte sich der Obermeister der Bäckerinnung Nordschwarzwald, Martin Reinhardt, und hatte mit dieser Idee gleich einige begeisterte Kollegen um sich geschart. Denn: „Ein Empfang in der Landesvertretung ohne frische Brezeln, das wäre doch undenkbar“, und so entschlossen sich die heimischen Bäcker, im wahrsten Wortsinn weder Kosten noch Mühen zu scheuen, um den unverwechselbaren Geschmack der südwestdeutschen Backwaren zu gewährleisten.
So machte sich ein Quintett von Bäckermeistern an die Spree auf, um in der dortigen Bäckerfachschule nach eigenen Rezepten sowohl Brezeln vorzubereiten, als auch Partyweckle und andere Backwaren, die von den Gastronomen als Beiwerk für ihre kulinarische Verköstigung der Gäste benötigt wurden.
Zwar war es nicht möglich, etwa in Form einer gläsernen Backstube vor Ort in der Landesvertretung die Backwaren zuzubereiten oder auch die Brezeln zu formen, aber letztere wurden dann immerhin in einem Ofen vor den Augen der riesigen Gästeschar fertig gebacken. Während der Vorbereitungen dieses Events hatte sich zwar noch als Problem herausgestellt, wie in Berlin die Brezeln ihren typischen Geschmack erhalten können, denn Laugengebäcke sind in der Hauptstadt nicht üblich und somit auch die hierfür erforderlichen Gerätschaften nicht vorhanden, wie Reinhardt erzählt.
Also lieh man sich von der Stuttgarter Bäckerfachschule das erforderliche Tauchgerät für die Natronlauge aus und da zahlten sich eben die guten Kontakte der Innung zur Fachschule aus. So ließ es sich auch der Leiter der Schule, Hans-Georg Baum nicht nehmen, persönlich das heimische Bäckerhandwerk in der Hauptstadt zu repräsentieren.
Geradezu generalstabsmäßig vorbereitet und mit einem Tag Vorlauf zur Vorbereitung waren die baden-württembergischen Kollegen dann mittwochabends bestens gerüstet, mit 1500 Brezeln, 2000 Brötchen, jeweils 1000 Croissants und süßen Stückle sowie 100 Broten den Ansturm der hungrigen Gäste zu meistern.
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