Baden & Württemberg
„Wir haben das selbst gesetzte Ziel erreicht“
Direktor Walter Knittel auf der Versammlung der Bäko Region Stuttgart: Leichter Umsatzrückgang des Jahresumsatzes auf 129,9 Millionen Euro

Auf der Versammlung der Bäko Region Stuttgart (von links): Walter Staiger, der für 24-jähriges Engagement in der Bäko geehrt wurde, Claudia Sailer, Gerhard Sailer, der die Goldene Ehrennadel des Württembergischen Genossenschaftsverbands bekam mit dem
Den Jahresabschluss 2006 legte Direktor Walter Knittel vor. „Wir haben das selbst gesetzte Ziel erreicht“ freute er sich. Der anhaltende Spartrend der Verbraucher, Betriebsaufgaben und der Eintritt von Discountern und anderen Lieferanten in den Backwarenmarkt haben die Zielerreichung jedoch erschwert und „der Druck auf die Ertragslage hält an“. Im Jahr 2006 verzeichnete man um 0,8 Prozent rückläufige Umsätze, die durch Einsparungen kompensiert wurden. In das Jahr 2006 fiel auch die aus Einspargründen erforderliche Schließung der Niederlassung Erdmannhausen, deren Mitglieder nun von den Logistikstandorten Öhringen, Uhingen und Stuttgart betreut werden.
Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2006 um 6 Millionen Euro erhöht und lag für das Wirtschaftsjahr 2006 bei über 36 Millionen Euro, der Bilanzgewinn liegt bei 403.000 Euro. Der durchschnittliche Mitgliederumsatz lag bei über 124.000 Euro.
Die Mitglieder stärkste Bäko
Mit 1046 Mitgliedern ist die Bäko Region Stuttgart die Mitglieder stärkste in Deutschland, mit ihrem Jahresumsatz von 129,9 Millionen Euro liegt sie auf Platz 2 der 10 Umsatz stärksten Bäko-Genossenschaften. In den Niederlassungen Stuttgart, Uhingen, Herbrechtingen, Öhringen und Radolfszell beschäftigt sie 204 Mitarbeiter. Der Einkauf bei der Bäko bringe den Betrieben einerseits die Sicherheit kontrollierter Qualität, andererseits Rückvergütungen, wie sie von keinem gewerblichen Lieferanten zu erhalten sind, und nicht zuletzt sei die Bäko bereit, die Mitglieder durch zinsgünstige Kredite zu unterstützen.
Nicht an den Zutaten sparen
Direktor Knittel warnte die Betriebe, nicht an der Qualität der Zutaten zu sparen, da dies zu Lasten der Produktqualität gehe. Der Wareneinsatz in einem Backenden Betrieb liege bei gerade mal zwischen 15 und 20 Prozent. Die Personalkosten machen über 50 Prozent aus, „da sollte man ansetzen“, riet er. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsunternehmen handelt die Genossenschaft nicht aus Selbstzweck, sondern agiert für ihre Mitglieder. „Betreiben Sie keine Rosinenpickerei, sondern verhalten Sie sich bei Ihren Einkäufen partnerschaftlich“, bat Walter Knittel.
Die Bio-Schiene, die mittlerweile über 200 Artikel umfasst, ist sehr erfolgreich und wird ausgebaut. Dabei erinnerte Walter Knittel daran, dass die Bäko für ökologisch erzeugte Lebensmittel zertifiziert ist und die gesicherte Qualität aller Produkte durch neutrale Kontrollen bestätigt.
Im Anschluss an den lobenden Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbandes durch Präsident Erwin Kuhn, erteilte die Versammlung dem Jahresabschluss einstimmig Genehmigung. Im Bericht des Aufsichtsrates gab Johannes Schultheiß Einblick in die Tätigkeit des Gremiums im Jahr 2006. Er erläuterte, wie der erwirtschaftete Gewinn verwendet werden soll. Von den 403.000 Euro Bilanzgewinn werden 125.000 Euro der gesetzlichen Rücklage zugeschrieben, 275.000 Euro anderen Ergebnisrücklagen und 3000 Euro auf neue Rechnung vorgetragen.
Die Jahresboni in Höhe von 2.014.000 Euro wurden bereits an Mitglieder und Kunden ausbezahlt. In der Generalversammlung wurde beschlossen, den Mitgliedern für 2006 auf ihre Umsätze 1,4 Prozent als Rückvergütung auszuschütten, was einer Summe von über 1.670.000 Euro entspricht. Die Versammlungsteilnehmer stimmten dem Gewinnverwendungsvorschlag geschlossen zu und entlasteten, auf Vorschlag von Manfred Berroth, Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig. Johannes Hirt, Johannes Schultheiß, Hermann Steiner, Klaus Tritschler, Jürgen Waldschütz und Helmut Wanner schieden turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat aus. Sie wurden einstimmig wiedergewählt. Matthias Menge und Walter Staiger beenden ihre Amtszeit aufgrund der Vereinbarungen im Verschmelzungsvertrag vom Januar 2004.
Satzungsänderung akzeptiert
Eine Beschlussfassung über die Neufassung der Satzung stand an. Die Novellierung des Genossenschaftsgesetzes machte die Anpassung der Satzung nötig. Direktor Knittel erläuterte, dass viele der neuen Regelungen auf die Bäko Region Stuttgart nicht zutreffen. Lediglich in wenigen Punkten sind Veränderungen spürbar, diese erläuterte er. Die Versammlung stimmte der neuen Satzung zu. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die Beschluss über die Neufestsetzung der Kredithöchstgrenze nach Paragraph 46 des Genossenschaftsgesetzes. Die Mitglieder beschlossen, dass fünf Prozent des bilanziellen Eigenkapitals, zuzüglich versteuerter Positionen des Vorjahres die neue Höchstgrenze sein sollen.
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