Baden & Württemberg

Neue Großinnung geht an den Start

Aufbruchstimmung im Schwabenland: Die Innungen Ludwigsburg/Rems-Murr und Stuttgart haben sich zusammengeschlossen. Der neue Obermeister freut sich auf eine spannende Zeit.


Stuttgart (wo). Im vergangenen Jahr sind in den jeweiligen Innungen die Weichen per Zustimmung gestellt worden. Jetzt wurde die Fusion der Bäckerinnungen Stuttgart und Ludwigsburg/Rems-Murr in einer konstituierenden Sitzung besiegelt. In dieser ersten Versammlung der neuen Bäckerinnung Region Stuttgart Nord ist Georg Strohmaier zum Obermeister gewählt worden. Seine Stellvertreter heißen Dieter Siegel, Volker Lutz und Ulrich Buob – quasi als Repräsentanten der Regionen, aus denen sich die neue Innung zusammensetzt.

„Vor Ihnen steht der Totengräber der Bäckerinnung Stuttgart“, begrüßte Dieter Siegel die Teilnehmer dieser historischen Tagung, um anzudeuten, dass es auch einige sehr kritische Stimmen im Vorfeld der Fusion gegeben hat. Doch der bisherige Obermeister der Stuttgarter Innung machte auch deutlich, dass der Zusammenschluss im Sinne der Zukunftssicherung notwendig sei und Vorteile habe. Als da wären: Weniger Beiträge und die Möglichkeit durch Synergieeffekte mehr fachliche Impulse zu geben. „Nur gemeinsam sind wir stark“, so sein Credo. „Ich persönlich freue mich auf eine neue, tolle und spannende Innung“, verbreitet er Aufbruchstimmung im Kollegenkreis. Dem konnte sich Georg Strohmaier, der neue Obermeister der neuen Innung nur anschließen. Der langjährige Chef der Bäckerinnung Ludwigsburg/Rems-Murr freut sich jedenfalls, dass man künftig die Herausforderungen gemeinsam meistern kann – als Interessenvertretung für 145 Mitgliedsbetriebe.

Rückendeckung gab’s von Landesinnungsmeister Johannes Schultheiß, der als Obermeister der Großinnung Alb-Neckar-Fils schon Erfahrungen mit Zusammenschlüssen vergleichbarer Dimension hat: „Herzlichen Glückwunsch zu diesem weitreichenden und weisen Entschluss.“ Und auch Walter Knittel, Direktor der Bäko Region Stuttgart, ist überzeugt: „Die Entscheidung war gut, weil die Basis schwindet.“ Außerdem böten größere Einheiten mehr Möglichkeiten, mehr Spielraum, um bestimmte Dinge anzugehen.

Frank Sautter kann praktisch als personifizierter Synergieeffekt bezeichnet werden. Er war jeweils Geschäftsführer der getrennten Innungen und wird die Geschäfte der Bäckerinnung Region Stuttgart Nord führen, nachdem er auf der Gründungsversammlung das eindeutige Votum bekommen hat. Was sicher nicht heißt, dass er künftig das halbe Pensum zu leisten hat. Eindeutig waren auch die Wahlen von Volker Kleinle (Ludwigsburg) zum Öffentlichkeitsbeauftragten sowie der Lehrlingsbeauftragten Reiner Stolzenberger (Bönnigheim) und Matthias Kaspar (Stuttgart). Dem Vorstand gehören außerdem an: Holger Bausch, Jürgen Frank, Andreas Schrade (alle Stuttgart), Gerhard Weller (Weinstadt), Roland Pflumm (Winnenden), Uwe Müller (Weissach), Richard Rauch (Murrhardt) und Eugen Hofmann (Murr), der nun zum vierten Mal fusioniert.

„Es ist besser, mit zu gestalten, als gestaltet zu werden“, brachte es Bernd Kütscher zum Schluss der denkwürdigen Versammlung auf den Punkt. Aber nicht nur in der Berufsorganisation, auch in jedem einzelnen Betrieb müsse Zukunftssicherung betrieben werden, machte der Direktor der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim deutlich. Fazit seines Vortrags mit dem Titel „Erfolgsfaktor Emotion“: Der Bäcker müsse die Sehnsucht der Kunden nach richtigen Bäckern mit richtig gutem Brot richtig bedienen und Verkaufserlebnisse schaffen (ausführlicher Bericht folgt).


Artikel vom 24.01.2012
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