Baden & Württemberg

Weckmänner in Wolgograd

Engagierte Bäcker organisieren und bestücken deutsch-russischen Weihnachtsmarkt


Baiersbronn-Wolgograd (kuh). Eberhard Holz, Bäcker- und Konditormeister aus Baiersbronn (60), hat mit einem Team von Handwerkern im russischen Wolgograd (ehemals Stalingrad) letztes Jahr den ersten russisch-deutschen Weihnachtsmarkt aus der Taufe gehoben. Mit großem Erfolg, denn auch dieses Jahr kamen über 50000 Besucher an drei Tagen.

Der Landesinnungsverband für das Württembergische Bäckerhandwerk sowie die Bäko Südwürttemberg mit Sitz in Reutlingen unterstützen, wie die Edeka in Offenburg und andere Firmen, seit Jahren die Kontakte nach Russland. Geschäftsführer Andreas Kofler für den Verband und Vorstand Wilfried Wiedmann für die Bäko sind vor Ort. Vertreten ist auch die deutsche Botschaft in Moskau, die das Vorhaben mit viel Wohlwollen unterstützt. Denn es geht ja um mehr als um Zimtsterne und Rosinenbrötchen. Eberhard Holz und Gleichgesinnte wollen dazu beitragen, in Russland einen mittelständischen Sockel aufzubauen, das duale Ausbildungssystem und das ländliche Genossenschaftswesen zu stärken, um neue Märkte zu erschließen. Diplomökonom Wiedmann denkt dabei sowohl an deutsche Produkte und Maschinen für Russland als auch an Rohstoffe für deutsche Bäckereien. „Unheimlich wichtig sind solch vertrauensbildende Maßnahmen wie der Markt“, sagt Wiedmann.

Nachts sackt das Thermometer ab auf minus 25 Grad. Davon merkt man in den Lehrbackstuben nicht viel. Dort wird sieben lange Tage und kurze Nächte geknetet und gerührten, gebacken und verziert. Über 250 Kilo verschiedenster Sorten von Weihnachtsgebäck, knapp 45 Meter Christstollen, Rosinenbrötchen und Weckmänner, 3000 Berliner, Lebkuchen in allen nur denkbaren Formen entstehen unter den Händen der Bäcker und Konditoren und ihrer Studenten. Diese lassen sich gern anleiten und lernen viel dazu. Die Zusammenarbeit klappt mit der Fingersprache, zuweilen muss eine Dolmetscherin einspringen.


Artikel vom 19.12.2011
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