Baden-Württemberg
Auf Zuversicht und Nächstenliebe gesetzt
Landesadventsfeier der Christlichen Bäcker- und Konditorenvereinigung in Reutlingen
Reutlingen (p). Seit Jahrzehnten ist es guter Brauch, dass die Christliche Bäcker- und Konditorenvereinigung (CBKV) Württemberg zur Adventsfeier einlädt. Der Landesvorsitzende Berthold Streib (Nehren) und Bäckermeister Andreas Speer (Wannweil) konnten im festlich geschmückten Saal des Matthäus-Alber-Hauses in Reutlingen eine große Zahl Kollegen und Freunde mit ihren Familien begrüßen. Für die Kinder war ein extra Programm vorbereitet.Der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung Alb-Neckar-Fils, Michael Winter, überbrachte die Grüße des Verbandes. Wenn die Mehrwertsteuererhöhung auch kommt, so führte Winter aus, Jesus Christus ist mehr wert. Die Advents- und Weihnachtsbotschaft der Bibel gebe dem Menschen in Problemen und Nöten Zuversicht und echten Halt. Der Mittelpunkt dieser Feier war das interessante Referat von Prälat Claus Maier über das Leben Dietrich Bonhoeffers, der vor 100 Jahren in Breslau geboren und 1945 durch ein Standgericht der Nazis durch den Tod am Strang hingerichtet wurde. Er war Theologe, Professor in Berlin, ein hervorragender Lehrer, ein ausgezeichneter Ökumeniker und Konfirmator. Er predigte nicht nur in Berlin, sondern auf vielen Kanzeln, auch im Ausland. Schon als Vikar mit 22 Jahren wurde er nach Barcelona beordert. In seiner Predigt zum 2. Advent 1928 betonte er dort, Advent heißt warten können. 1931 wieder in Berlin korrespondierte er mit den Engländern. Es ging um die politische Situation Deutschlands mit der Maßgabe: Wir wollen Adolf Hitler nicht haben.Von einer Amerikareise kam er 1939 kurz vor dem 2. Weltkrieg zurück nach Deutschland. In seiner Weihnachtspredigt 1940 sprach er über den Propheten Jesaia: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben. Und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“, nicht auf Adolf Hitler. Durch ein neugeborenes Kind kommt das Heil!Er war im Untergrund bei den Widerstandskämpfern und wurde 1943 eingesperrt. Noch im Gefängnis verfasste er Lieder, wie z.B.: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Bis zu seinem Tod erfuhren die Mitgefangenen durch ihn Trost und Beistand.Die Bläser der CBKV aus Württemberg unter der Leitung von Gerhard Baumann (Albstadt), gestalteten durch ihr eindrucksvolles Musizieren die Feier. Ein besonderer Höhepunkt war das Alphornquartett mit Toni und Josy Schumacher-Bieri aus Luzern.
Artikel vom 20.12.2006

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