Baden & Württemberg

„Drei Stunden sonntags sind genug“

In Karlsruhe gab es bei der Innungsversammlung viele Infos für die Betriebe


Karlsruhe (it). Vor allem mit aktuellen Themen aus dem Bäckerhandwerk beschäftigten sich die Mitglieder der Bäckerinnung Karlsruhe auf ihrer Herbstversammlung. Ute Sagebiel-Hannich vom Bäckerinnungsverband Baden wies auf zahlreiche Sachverhalte hin:

1. Stellen müssen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz neutral angeboten werden. Der Betriebsinhaber muss Diskriminierungen in der Firma verhindern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen Unterschrift über das Gesetz unterrichten.

2. Bei der Umsetzung der EU-Hygiene-Vorschriften sollten die Mitarbeiter durch Arbeitsanweisungen in die Verantwortung genommen werden. Wer sich nicht daran hält, liefert einen verhaltensbedingten Kündigungsgrund. 3. Fremdkörper in Backwaren werden manchmal durch Zulieferer, manchmal durch die Betriebe verursacht, dort häufig durch Siebe älterer Siloanlagen.

4. Australischer Mohn wird nach der Ernte so behandelt, dass die Grenzwerte wieder eingehalten werden.

5. Im Zusammenhang mit der Diskussion um den Cumarin-Gehalt des Zimts hat der Bäckerinnungsverband hat an Minister Seehofer geschrieben, dass die Bäcker weiterhin Wert darauf legen, natürliche Gewürze und nicht künstliche Aromastoffe einzusetzen.

6. Der Bäckerinnungsverband hat sich dagegen verwahrt, dass der Bauernverband sich in die Preisgestaltung der Bäckereien einmischt. Betriebe sollten ihre Kalkulationen überprüfen, da der Mehlpreis, die Energiepreise und die Pauschalabgaben für geringfügig Beschäftigte gestiegen sind und die Mehrwertsteuer erhöht wird. Preise sollten besser jetzt als im Januar erhöht werden.

7. Teile der Energiesteuer können zurückerstattet werden.

8. Die Diskussion um die Verpackungs-VO kann dazu führen, dass Bäckertüten den Grünen Punkt bekommen und eine Gebühr fällig wird.

9. Der Ladenschluss soll für Montag bis Freitag freigegeben werden. Sonntags sollen Bäckereien, wie für Hofläden geplant, fünf bis sechs Stunden geöffnet sein dürfen. Der Bäckerinnungsverband pocht auf eine dreistündigen Öffnungszeit.

10. Die Innung bietet eine Sammelbestellung für ein Buch über die neue Ausbildungsordnung für Verkäuferinnen an. Ausgebildet wird nun auch in den Bereichen Informationsmedien, Umsetzung des Gelernten, Vorbereitung von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team, Qualitätssicherung, Kundenberatung, Verkauf, Herstellung von Gerichten. Die Ausbildung soll bundesweit angeglichen werden.

11. Die Verbände Baden-Württembergs, Hessens, des Saarlands und der Pfalz haben sich zum Kompetenzzentrum Netzwerk Südwest zusammengeschlossen. Die Akademie des Bäckerhandwerks bietet eine gemeinschaftliche betriebswirtschaftliche Tagung an.

Weitgehend einig waren sich die Innungskollegen darin, dass es vermutlich völlig ausreiche, sonntags drei Stunden zu öffnen. Sie befürchteten, dass die neuen Gesetze den Großen nütze und den Kleinen schade.

Obermeister Karl-Heinz Jooß wünschte sich, dass mehr Politiker sich mit der Praxis im Handwerk vertraut machen würden und bot an, EU-Parlamentarier zum Praktikum einzuladen. Außerdem berichtete er, dass nur 16 von 22 angehenden Bäckern die letzte Gesellenprüfung mit einem Notendurchschnitt von 3,5 in der Praxis und insgesamt 3,3 bestanden hätten. gelegen. Alle 33 Fachverkäuferinnen hätten bestanden, und zwar im Durchschnitt mit 2,8 in der Praxis und 3,0 in der Gesamtnote.


Artikel vom 30.11.2006
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