Nordrhein-Westfalen
Brot nach „alter Väter Sitte“ produziert
1. Brotmarkt der Kreishandwerkerschaft Neuss – Imagewerbung der besonderen Art

Eine Backstube im Bäckerzelt demonstrierte, wie nach alter Väter Sitte die Teige von Hand vorbereitet werden. Foto: Heck
Besonders die Bäckerinnung legte sich mit ihren Holzbacköfen stark ins Zeug. Nach alter Väter Sitte wurde hier Brot gebacken und ofenwarm verkauft.
Obermeister Jakob Andler (Bäcker- und Konditoreninnung im Rhein-Kreis Neuss) erläuterte die Idee, die hinter der Gemeinschaftsaktion steckt. So wurde die Veranstaltung für die gesamte Familie konzipiert. Ein unterhaltsames Programm mit Zauberern, Musikern, einem Falkner und viel Aktion rund um die Herstellung von Brot und Backwaren bildeten den Kern. Die Produkte aus den handwerklichen Betrieben im Bäcker- und Fleischerhandwerk sollten auf diese Weise den Verbrauchern im Kreis Neuss näher gebracht werden. „Wir wollen hier zeigen, dass Brot nicht gleich Brot ist“, so Jakob Andler. Jeder handwerkliche Bäcker in der Region verleihe dem Brot aus seiner Backstube eine individuelle Note. Es lohne sich durchaus, einmal rundum zu probieren. Entscheidend seien das Backverfahren und die Auswahl der Zutaten, die den Geschmack und das Aussehen prägen. Somit biete jeder Bäckermeister ein unverwechselbares Brot.
„Wir als Bäcker wollen wie die Fleischer, dass niemand einen Einheitsgeschmack industrieller Prägung hinnehmen muss“, lautete die Kernaussage zum Brotmarkt. Es gehe darum, Vielfalt, Individualität und handwerkliche Fertigung als Besonderheit zu vermitteln. Es gebe schließlich noch viele Dinge, die in der Region wesentlich besser zu regeln seien, als dies europa- oder gar weltweit der Fall sei. Vor allen Dingen die Bereiche der Ernährung zählten dazu. „Es ist eben etwas anderes, ob der Verbraucher zu Brot, Wurst oder Fleisch von letztendlich anonymen Handelsketten greift oder seinen Bedarf dort deckt, wo jemand persönlich mit seinem Namen bekannt ist und die Verantwortung auf sich nimmt.“ Dem Handwerk ging es bei der Aktion darum, die Unternehmer zu unterstützen, die in der Region aktiv sind, hier Steuern zahlen, Arbeitsplätze schaffen und Ausbildungsplätze anbieten.
Im Laufe des eintägigen Brotmarktes gelang es sehr gut, Appetit anzuregen. Gebacken wurde unter anderem in zwei Holzbacköfen. Einen besonderen Leckerbissen gab es für die kleinen Besucher in der Kinderbackstube. Hier kümmerte sich ein engagierter Bäckermeister persönlich um den Nachwuchs, um die Freude am Brot zu vermitteln. In mehreren Zelten wurde gezeigt, wie es in einer Backstube oder einer Wurstküche zugeht. Neben Grillspezialitäten gab es Brot, frisch gebackenen Kuchen, sowie Kaffee und Getränke. Der „Schlosstaler“ war eine Besonderheit, die eigens zu diesem Anlass entwickelt worden ist. Dabei handelt es sich um einen Taler nach Art des Amerikaners mit Kakaoglasur, auf der das Bild des Schlosses zu sehen war. Gerade dieser süße Gruß des Handwerks war besonders schnell vergriffen.
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