Mecklenburg-Vorpommern
„Wir brauchen eine starke Interessenvertretung“
Probleme mit der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und den Energiepreisen auf der Obermeistertagung auf der Tagesordnung

Die Themen „Energiepreise“ und „Probleme mit der Handwerkskammer“ bestimmten die Sitzung der Obermeister in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Von links Hans Müller (Geschäftsführungssprecher des Wirtschaftsverbands Handwerk), Heinz Essel (Geschäftsfü
Aber zuerst war Gastreferent Hans-Jörg Kramer an der Reihe. Der Energieberater der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Rostock (HWK OMV) hatte seinen Vortrag mit „Notwehr beim Energieeinkauf“ betitelt. Und bei der Einführung bekräftigte Landesinnungsmeister Roland Hatscher (der sich nicht nochmals wählen ließ: Siehe Bericht auf dieser Seite) die Brisanz der Strompreis-Erhöhungen: „Wir suchen bei der Energie nach neuen Wegen, wie auch bei den Mehlpreisen.“
Dass das Thema Energie auf so großes Interesse bei den rund 20 Obermeistern stieß, liegt auch daran, dass Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit der größten Preisspanne bei den Strom-Einkaufspreisen ist, wie Energieberater Hans-Jörg Kramer berichtete (Interview S. 3). Er erläuterte den Unterschied zwischen Tarifkunden und Großkunden mit Sonderkonditionen. Und er gab Tipps und Ratschläge, wie der Backbetrieb richtig verhandelt und sich richtig verhält, wenn sein Versorger will, dass er vom Tarifkunden zum Sonderkunden wird.
Tagesordnungspunkt 3 erhitzte die Gemüter besonders. Mit „Bericht zu Problemen in der Handwerkskammer OMV“ war dieser Tagesordnungspunkt überschrieben. Gemeint waren Probleme der Bäcker und anderer Gewerke mit der Handwerkskammer. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Energieberater der HWK OMV Hans-Jörg Kramer schon seine Unterlagen gepackt und war abgereist. Ihre „Probleme mit der HWK OMV“ erläuterten mehrere Obermeister mit anschaulichen Beispielen, die nachdenklich machten. Den Stein ins Rollen gebracht hatte unter anderem der Landesinnungsverband des KFZ-Handwerks.
Die Vorwürfe gegen die Handwerkskammer OMV sind im Einzelnen:
–Eigenmächtiges Handeln der Hauptgeschäftsführerin gegen die Interessen des Handwerks
–Fehlendes Vertrauen in die Tätigkeit der Hauptgeschäftsführerin
–Vorwurf des Fehlverhaltens der Hauptgeschäftsführerin
Die Versammlung beschloss vor diesem Hintergrund, dem „Wirtschaftsverband Handwerk“ beizutreten. Einstimmig. „So wird auch der Wille des Handwerks, die beiden Kammern Rostock und Schwerin zu vereinen, besser durchgesetzt werden können“, bekräftigte Hans Müller, der Geschäftsführungssprecher der Vereinigung, der auf der Tagung zu Gast war.
„Unser Problem ist der mangelnde Organisationsgrad. Wir brauchen eine starke Interessenvertretung“, unterstrich Thomas Müller, stellvertretender Landesinnungsmeister diese Entscheidung. „Wir müssen noch mehr Möglichkeiten finden, unsere Interessen besser zu vertreten und politisch Einfluss zu nehmen. Wir wünschen uns mehr Handwerkspolitik“, erläuterte Roland Hatscher.
Themenwechsel. Jörg Reichau und Olaf Jaletzke berichteten zum Thema Öffentlichkeitsarbeit. Es soll 2007 wieder eine Grillbrot-Aktion in Kooperation mit einer Lokalzeitung geben. Die Landesinnung werde sich auf der Verbrauchermesse „Gastro“ in Rostock präsentieren. Ein fester Termin als Stollenprobiertag wurde vorgeschlagen, der in jedem Jahr in einer anderen Stadt sein könne.
Der Geschäftsführer der BKV Nord, Heinz Essel, berichtete dazu über die gute Resonanz auf die Stollensaisoneröffnung in Schleswig-Holstein. Die aber wird seit drei Jahren immer am gleichen Ort, in der Landeshauptstadt Kiel, veranstaltet. „Wenigstens zwei Aktionen wollen wir im Jahr gemeinsam auf die Beine stellen“, forderte Roland Hatscher. Und so wurde beschlossen und abgestimmt, dass eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden soll.
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