Baden-Württemberg

Umfangreiche Aktivitäten und gedämpfter Optimismus

Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Böblingen


Schönaich (rs). Im landschaftlich reizvoll gelegenen Waldhotel „Sulzbachtal“ konnte Obermeister Eberhard Binder die Mitglieder und Ehrengäste zur Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Böblingen begrüßen. So Ehrenobermeister Erwin Arnold, die Referenten Dr. Gräber von der Hoppenlausschule Stuttgart, Tobias Pfaff, den Landessieger im praktischen Leistungswettbewerb, sowie RA Günter Semmig vom Württ. Landesinnungsverband.Als ein Zeichen von Zuversicht deutete Obermeister Binder bei seinem Jahresbericht, dass der durchschnittliche Umsatzrückgang im württ. Bäckerhandwerk mit 3,7 Prozent etwas schwächer als im Vorjahr ausgefallen ist. Insgesamt hätten in Baden-Württemberg 61 produzierende Betriebe aufgehört. Damit einhergehend sei die Beschäftigte-nzahl um 2,7 Prozent zurückgegangen. Der Stand der Bäckereien habe sich nun bei 2441 backenden Betrieben einge-pendelt.Positive AusbildungsentwicklungAls ein Zeichen der Zuversicht wertete der Obermeister die Entwicklung bei den Auszubildenden im Berichtszeitraum. So war bei den Bäckern (6%) und bei den Verkäuferinnen (13%) nicht nur ein quantitativer Anstieg, sondern auch ein höherer Anteil an Realschülern zu verzeichnen. Somit sei die Ausgangslage auch qualitativ eine bessere. Die starke Nachfrage im Ausbildungsbereich Bäcker und Verkäuferin werfe aber auch die Frage auf, ob man bei der nächsten Ausbildungsbörse überhaupt präsent sein solle, gab Binder zu bedenken. Positive Auswirkungen auf das gesamte Erscheinungsbild von Bäckereien werde das neue Gaststättengesetz mit sich bringen. Zwar stünden die Baubehörden der Ausweitung im Gastrobereich weiter skeptisch gegenüber, doch die gesetzlichen Vorgaben seien klar geregelt. Bei Problemen stünde der LIV mit RA Günter Semmig mit Rat und Tat bei Seite, so Eberhard Binder.Vielfältige AktivitätenBei der öffentlichen Brotprüfung in der Mineraltherme hätten sich die Innungsverantwortlichen eine stärkere Beteiligung gewünscht. Der Seniorennachmittag war durch einen interessanten Reisebericht von LIV Geschäftsführer Kofler sehr kurzweilig. Den Brotmarkt bezeichnete der OM trotz des schlechten Wetter als gut gelungene Veranstaltung. Um den ständig steigenden Energiekosten mit wirksamen Mitteln entgegen zu treten, bemühe man sich auch weiterhin um interessante Beratungsseminare in denen möglichst unabhängige Energieberater zu Wort kommen. Die Umstrukturierung der Geschäftsstelle sei ohne Komplikationen und harmonisch von GF Günter Semmig auf GF Frank Sautter übergegangen betonte Binder. Die Jahresrechnung 2005 und der Haushaltsvoranschlag für 2006 wurde von GF Frank Sautter vorgetragen. Dem Antrag von Rechnungsprüfer Robert Laib auf Entlastung der Jahresrechnung 2005 und Entlastung des Vorstandes wurde von den Innungsmitgliedern einstimmig stattgegeben. Der Haushaltsvoranschlag wurde ebenfalls einstimmig von den Innungsmitgliedern angenommen.Zum Ehrenobermeister ernanntFür seinen großen, jahrzehntelangen ideellen Einsatz in den verschiedensten Gremien des Bäckerhandwerks ernannte Obermeister Eberhard Binder Bäckermeister Hans Faig zum Ehrenobermeister der Bäckerinnung Böblingen. In seiner Laudatio bezeichnete der Obermeister Faig nicht nur als ausgezeichneten Fachmann, sondern auch als eine Persönlichkeit, die sich über die Maßen in den Dienst der Bäckersache gestellt habeund auf dessen Rat man auch in Zukunft nicht verzichten möchte. Herzlichen Dank sprach Binder auch Karin Faig aus, die als große Kraft immer zuverlässig hinter dem Geehrten gestanden habe.Einmal Toskana und zurückTobias Pfaff, der Landessieger im des praktischen Leistungswettbewerbs (Lehrbetrieb Faig, Schönaich) konnte den Innungsmitgliedern von einem Stipendium berichten, welches er über den baden-württembergischen Handwerkstag bekommen hat. Dieses führte ihn für 6 Monate in die italienische Gemeinde Volterra (Toscana) mit dem ältesten Rathaus Italiens auf einem 550 m hohen Hügel nahe Pisa gelegen. Neben einem Sprachkurs konnte Tobias Pfaff in der Dolceria del Corso auch die italienische Backkultur von Bisquoti bis Pofiterol und Cantuccini kennen lernen. Außerdem wurden für die 7 Stipendiaten (Bäcker, Konditoren und Steinbildhauer) Exkursionen nach Carara, Siena und Rom mit deren Sehenswürdigkeiten durchgeführt. Eine tolle Erfahrung, bei der Tobias Pfaff vor allem von der italienischen Lebensweise angetan war. Neue AusbildungskriterienÜber die praktischen Erfahrungen zur Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnung berichtete Dr. Gräber von der Gewerblichen Berufsschule im Hoppenlau. Die ABZ berichtete in der Ausgabe Nr. 15 vom 15. April über die neuen Lernfelder und deren ganzheitlichem pädagogischem Anliegen. Dr. Gräber steht dieser Lehrmethode wegen der ganzheitlichen Wissensvermittlung sehr positiv gegenüber, wenn es auch bei der praktischen Umset-zung teilweise zu zeitlichen Schwierigkeiten kommt. Die Schüler sind auf jeden Fall begeistert vom Lernen durch Fehler, so der Referent.



Artikel vom 10.05.2006
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