Niedersachsen
Nächste Brotprüfung auf dem Flughafen
Versammlung der Bäckerinnung Hannover mit aktuellen Informationen
Hannover (pu). Die Bäckerinnung Hannover setzt 2006 zielbewusst ihre aktive Öffentlichkeitsarbeit fort. Wie Landesinnungsinnungsmeister und Obermeister Klaus Borchers sowie Vorstandsmitglied Axel Oppenborn auf der Jahreshauptversammlung im Bäckeramtshaus berichteten, stehen zwei erfolgversprechende Veranstaltungen in diesem Jahr an. Einmal handelt es sich um die Beteiligung am weltgrößten Schützenfest am 2. Juli mit einem optisch hervorragend gestalteten Fußball-Festwagen. Zweitens wird die öffentliche Brotprüfung vom 24. bis 28. Juli auf dem Flughafen in Hannover-Langenhagen stattfinden.
Der Männerchor der Bäckerinnung Hannover leitete die Jahreshauptversammlung mit stimmungsvollen Frühlingsliedern unter der Führung von Ulrich Behle ein. Der Obermeister hieß die Ehrenmitglieder Reinhard Halve und Gerhard Bänsch, Otto Niemann vom Keglerverband Niedersachen, Harald Lutter vom Bäcker-Sängerbund Nord-West, Steuerberater Rolf Grethe, IKK-Geschäftsführer Thomas Jutsch, Schulleiter Wilhelm Hundertmark und Verbandsgeschäftsführer Fred Westphal herzlich willkommen.
Früher wie heute pflegt die hannoversche Innung ein „gutes Miteinander der Generationen“. Borchers freute sich deshalb darüber, vier gestandenen Bäckermeistern eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer Hannover zum fünfzigjährigen Meisterjubiläum überreichen zu dürfen. Diese Auszeichnung verdienten sich die hannoverschen Bäckermeister Rudi Meyer, Hermann Hünerberg, Werner Meese und Heini Stöter.
„Die Talsohle haben wir durchschritten“ stellte Borchers in seinem Jahresbericht fest. Die Stimmung in der Wirtschaft und der Bevölkerung wird besser. Das bewies die Hamburger Internorga mit steigenden Umsätzen im Investitionsbereich. Dennoch verringerten sich die Betriebszahlen und der Beschäftigten im Bäckerhandwerk. Die Zahl der Mitarbeiter ging von 315.000 auf 270.000 zurück. Das ist eine Folge des harten Wettbewerbs mit dem Lebensmittel-Einzelhandel. „Gegenüber dem Bäckeramtshaus wird ein neues ECE-Center mit ca. 170 Geschäften und einer Bäckerei-Filiale“gebaut, berichtete der OM. Hier entsteht das „neue Centrum der niedersächsischen Landeshauptstadt mit 2000 Parkplätzen“, so der Landesinnungsmeister.
Im Herbst vergangenen Jahres glänzte die Innung mit einer „Brotwoche bei Möbel-Hesse“ mit Unterstützung der Kollegen der Innung Neustadt. Gespräche mit den beiden Innungen aus der Region Hannover zu einem Zusammenschluss führten noch nicht zu konkreten Ergebnissen.
Die Vereinheitlichung des europäischen Lebensmittelrechts umfasst die landwirtschaftliche Urproduktion bis zum Teller des Verbrauchers. Schwierig ist für das Bäckerhandwerk die gewünschte Lebensmittelkennzeichnung. Diese muss bei den losen und nicht verpackten Backwaren „praktikabel und umsetzbar sein“. Allergene Stoffe sind besonders zu kennzeichnen. Die Verunsicherung bei der Verwendung von Bezugnahmen auf die Fußball-Weltmeisterschaft sei etwas entschärft. Die FIFA werde nichts gegen die Bezeichnung „Weltmeisterbrötchen“ unternehmen.
Nach Erledigung der Regularien teilte Borchers mit, dass die Innung ihre Rechtsberatung von der Pauschale auf Einzelbezahlung versuchsweise umstellte. Die Mitglieder beschlossen eine neue Gebührenordnung, die ab 01. Mai 2006 Gültigkeit besitzt. Die leicht erhöhten Sätze decken lange noch nicht die der Gemeinschaft entstehenden Prüfungskosten.
Am 2.Juli 2006 marschiert das Bäckerhandwerk im größten Schützenfestumzug der Welt hinter einem Fußball-Festwagen in Berufskleidung durch die hannoversche City. „Wir brauchen eine hohe Beteiligung“ erklärte Bäckermeister Axel Oppenborn.
„Die Zwischen- und Gesellenprüfungen sind recht aufwändig geworden“ berichtete Lehrlingswart Heinrich Wolkenhauer. Die letzte Zwischenprüfung dauerte 6,5 Stunden. Der Bäckerlehrling solle sich künftig auch im Verkauf umschauen. Zweckmäßig sei, dass die angehenden Verkäuferinnen kurzfristig auch in die Backstube schnuppern.
Geschäftsführerin Bettina Emmerich-Jüttner teilte mit, dass in diesem Jahr die Anzahl der neu eingestellten Bäckerlehrlinge ein Plus von zehn Prozent und der Verkäuferinnen von zwanzig Prozent aufwiesen.
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