Schleswig-Holstein
Verbände gründen Servicegesellschaft
OM-Tagung: BKV-Nord kündigt Kooperation mit BIV Niedersachsen/Bremen an

Obermeistertagung in Neumünster: BKV-Nord-Geschäftsführer Heinz Essel (rechts) und Landesinnungsmeister Holger Rathjen (Mitte) erläuterten das Konzept der Servicegesellschaft. Foto: Hoffmeister
Ein erster Test läuft derzeit mit einer Flensburger Personalvermittlungsagentur. Sie übernimmt die überregionale Personalsuche und wählt aus den Bewerbungen die besten heraus. Wenn ein vorher Arbeitsloser vermittelt wird, dann ist die Leistung für den Betrieb kostenlos, denn dann kommt das Arbeitsamt für die Vermittlungskosten auf. Die Personalsuche auf dem freien Markt aber ist kostenpflichtig für den beauftragenden Backbetrieb.
Landesinnungsmeister Holger Rathjen hat erste Erfahrungen mit der Personalvermittlung gesammelt. Er lässt einen Konditor suchen. „Der Vorteil ist, ich bin den Ballast an Bewerbungsunterlagen los“, sagte er. Den Vorteil sieht Heinz Essel aber auch in der Personalsuche über den Kreis der Arbeitsamtszuständigkeit hinaus.
Eine lange Diskussion folgte auf die Mitteilung des Landeslehrlingswartes Martin Martensen, den „Wettbewerb über die Grenzen“ ersatzlos zu streichen. Im „Wettbewerb über die Grenzen“ treten dänische gegen schleswig-holsteinische Auszubildende an. Den Wettbewerb gibt es seit vier Jahren. Er wird wechselnd in Tondern und Travemünde ausgetragen.
Martin Martensen begründete das Ende des Wettbewerbs mit großen Motivationsproblemen bei den Lehrlingen, Lehrern und Ausbildungsbetrieben. „Der Wettbewerb kostet uns viel Geld, das Ergebnis ist nur noch peinlich.“ Beim vorletzten Wettbewerb fielen die deutschen Teilnehmer durch dürftige Leistungen und schlechtes Benehmen auf. Auch beim letzten Wettbewerb im Dezember in Travemünde konnten die Deutschen den Dänen nicht das Wasser reichen. Ursprünglich waren es die Schulbesten, die – von den Lehrern vorgeschlagen – an dem Wettbewerb teilnahmen. „Heute wird gefragt‚ „wer möchte denn?’“, erläuterte Martin Martensen die Erfahrungen. Ganz anders die Dänen. „Die sind wahnsinnig engagiert und ehrgeizig“.
Jörn Dwenger mahnte, man solle die Tür nicht zuschlagen. Die Leistungen der Jahrgänge seien sehr unterschiedlich. Die diesjährigen Zwischenprüfungen in Pinneberg sind im Gegensatz zu den Vorjahren sehr gut ausgefallen. Das lasse wieder einen leistungsstarken Jahrgang erwarten.
Peter Panitzsch, Vorsitzender des Bäckerfachvereins, forderte, „man solle über das Konzept des Wettbewerbs nachdenken“. Statt zwei Tage sei ein einziger Wettbewerbstag zu überlegen. Peter Panitzsch schlug vor, das Pokalbacken des Bäckerfachvereins für Auszubildende zu öffnen. Schließlich einigten sich die Obermeister, den „Wettbewerb über die Grenze“ erst einmal Ruhen zu lassen.
Abschließend vermeldete Heinz Essel Neues und Wichtiges: Die BKV-Nord hat Anfang Dezember 2005 ihre Rechtsform geändert. Sie ist jetzt ein eingetragener Verein. Die BKV-Nord ist nun auch offen für Direktmitglieder. Das „Haus der Bäcker“ in Rellingen wird umgebaut. Es wird ein Brief an den Ministerpräsidenten formuliert, mit dem der Verband kritisiert, dass viele Landkreise Luftschleieranlagen fordern. Öffentliche Aktionen wie die Stollensaison-Eröffnung sollen intensiver begleitet werden, damit sie ein stärkeres Medienecho erzielen. Die Innung Hamburg hat sich an der Berufsakademie Nord beteiligt, die ab Oktober ein Studium mit dem Abschluss Bachelor anbieten wird. Für die vierjährige berufsbegleitende Ausbildung ist Studienbeginn im Oktober.
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