Schleswig-Holstein
„Wir wollen gleichberechtigte Kontrollen“
Obermeister in Schleswig Holstein diskutierten über Hygienevorschriften

Schleswig-Holsteins Obermeister tagten in Neumünster (von links): Heinz Essel (Geschäftsführer BKV-Nord), Hans-Jürgen Tackmann (stellv. LIM), Helmut Börke (stellv. LIM), Maren Andresen (Meisterfrauenkreis) und Martin Martensen (stellv. LIM).
Der erste Bericht war nicht nur hochaktuell, sondern wurde auch heiß diskutiert. Heinz Essel Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes, berichtete von einem Termin im Landwirtschaftministerium in Kiel. Dort wurde unter anderem über das Thema Einhaltung der Hygienevorschriften und Luftschleieranlagen gesprochen.
Wegen der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse seien Forderungen der Überwachungsbehören nach Luftschleieranlagen hinfällig, argumentierte die Innung im Landwirtschaftsministerium. „Das Ministerium hat das Thema an die Veterinärämter abgeschoben. Dort stoßen wir auf taube Ohren“, berichtete Landesinnungsmeister Holger Rathjen von dem Gespräch in Kiel.
Stichproben hatten ergeben, dass Prebackstationen es mit der Einhaltung der Hygienevorschriften nicht so genau nähmen. „Wir wollen Wettbewerbsgleichheit“ forderte Heinz Essel. Das heißt „gleichberechtigte Kontrollen“ ergänzte Landesinnungsmeister Holger Rathjen. Doch was ist zu tun, um auf das Problem aufmerksam zu machen? Die Lebensmittelüberwachung auf mögliche Verstöße hinweisen? „Ein schwieriges Thema, ein politisches Thema“, formulierte Heinz Essel. „Wir müssen auch hinter die Bäckertresen gucken“, warnte Thomas Leefen. „Wir sollten kein Wettrüsten bei den technischen Anlagen provozieren“, schloss sich Jörn Dwenger an.
Die Entwicklung des Wirtschaftsverbandes Handwerk Schleswig-Holstein, in der auch der Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Mitglied ist, war zweites Thema der Obermeistersitzung. Die Handwerker – auch die Bäcker – hatten einen höheren Haushalt beschlossen mit dem Ziel, die Lobbyarbeit in Kiel zu stärken. Der Landesinnungsverband aber ist unzufrieden mit der Arbeit des Wirtschaftverbandes, der sich nur wenig um die Interessen des Lebensmittelhandwerks kümmere. Man wolle sich die Arbeit noch ein Jahr ansehen und dann über die Mitgliedschaft neu entscheiden, schlug Heinz Essel vor. Denn 2007 werden wohl auch die Mitgliedsbeiträge steigen.
Zufrieden hingegen war die Innung über die öffentlichen Aktionen.
Die Stollenprüfungen und die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ seien sehr erfolgreich gewesen.
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