Baden & Württemberg

Ein „Wahlkampfbrot” für den Minister

Deutschland-Brot der Bäckerinnungen Buchen und Mosbach offiziell übergeben


Dallau (ck) Nur strahlende Gesichter sah man in der Dallauer „Krone“ bei der offiziellen Übergabe des von den Mosbacher und Buchener Bäckerinnungen in Koproduktion kreierten neuen „Deutschland-Brotes“ an Peter Hauk, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum des Landes Baden-Württemberg. Friedbert Englert begrüßte Minister Hauk als den “richtigen Mann, der die Basis nicht vergessen habe“. Besonders freute sich der Mosbacher Innungsobermeister über die Anwesenheit zahlreicher Bäckerkollegen und führender Repräsentanten seines Handwerks, die nicht nur aus dem nordbadischen Raum angereist kamen.

Englert erläuterte in Kürze die Idee, die hinter dem „Deutschland-Brot“ stehe:

Ein Brot, das die Bürgerinnen und Bürger zum Urnengang bei der Bundestagswahl am 18. September motivieren solle. Symbolisch sei die deutsche Flagge auf das Brot aufgestreut und die bewusst gewählte 16-teilige Oberflächenstruktur verweise auf die deutschen Bundesländer. Das neue, rechtzeitig zur eingeläuteten heißen Wahlkampfphase angebotene Brot mit einem Roggen/Weizen-Mischverhältnis 70 zu 30 bliebe durch die Zugabe gemahlenen Grünkerns lange frisch und trage zudem zur körperlichen und mentalen Fitness bei.

Der Landesinnungsmeister der badischen Bäcker, Walter Augenstein, lobte die „gute Initiative“, die wiederum von rührigen Bäckern im Neckar-Odenwald-Kreis ausginge. „Billig ist nicht immer gut“, kommentierte Augenstein industrielle Backwaren, die immer größere Marktanteile erobern.

Minister Peter Hauk betonte, dass er erneut gerne zu den Bäckern gekommen sei und freute sich über die große Resonanz, die das neue Brot bereits schon in der „Startphase“ über die Kreisgrenzen hinaus gefunden habe. Innovationen seien unerlässlich in unserer medialen Zeit. „Brot ist nicht gleich Brot“, das Bäckerhandwerk brauche keinen Vergleich zu scheuen, es stelle Premium-Produkte in regionaler Qualität her. Nicht umsonst habe das Land Baden-Württemberg in diesem Jahr die Aktion „Blickpunkt Getreide“ ins Leben gerufen, die auch auf die Wichtigkeit regionaler Wertschöpfung hinweise. Das Bäckerhandwerk sei ein Rückgrat im ländlichen Raum unter den Handwerkern, es trage zu „dörflicher, regionaler Identität“ bei und biete eine Dienstleistung an, was die Industrie nicht leisten könne. Hauk verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Deutschland-Brot Wahlkämpfer und Wähler fit halten möge, denn „nach dem 18. September soll es Deutschland besser gehen“.

Kreishandwerksmeister Theo Häfner überbrachte zunächst die Grüße des verhinderten neuen Landrates Dr. Achim Brötel. Die Bäckerinnungen könnten stolz darauf sein, Tradition und Innovation zu verbinden. Das Handwerk stelle sich dem Markt. Durch die Vielfalt vieler Brot- und Brötchenvariationen könne man die Kunden binden. Dieter Zimmermann, Ehrenobermeister der Bäckerinnung Heidelberg, sagte, man solle sich vor Augen führen, dass das Handwerk mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stelle als die Industrie. Worte des Dankes für den Ideenreichtum der einfallsreichen Bäcker fand Christian Schneider von der Bäko Buchen.


Artikel vom 25.08.2005
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