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Zeigen, was beim Bäcker gebacken ist

Bäckerlehrling Konrad Pfützner hatte für den Pressetermin Brot aus eigener Herstellung mitgebracht.  (Quelle: Dreilich)+
Bäckerlehrling Konrad Pfützner hatte für den Pressetermin Brot aus eigener Herstellung mitgebracht. (Quelle: Dreilich)

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Image- und Nachwuchswerbung durch Pressearbeit / Dresdner Bäckernachwuchs stellte sich den Fragen der Medien

Dresden (ad). Der LIV Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen will in diesem Jahr in der Bäckerfachschule eine spezielle Informationsveranstaltung für Journalisten anbieten, um diese für die Belange des Bäckerhandwerks zu sensibilisieren und ihnen durch eigene Arbeit in der Backstube zu demonstrieren, wie viel Arbeit zur Herstellung von Brot und Brötchen notwendig ist. Wie notwendig derartige „vertrauensbildende Maßnahmen“ sind, demonstrierte die Bäckerinnung Dresden am Rande ihrer Brotprüfung. Es zeigt sich aber auch auf zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen das Bäckerhandwerks und in entsprechenden Presseberichten über das Bäckerhandwerk. Um so wichtiger ist es für das Image, der Presse zu vermitteln, wie anspruchsvoll eine Ausbildung im Bäckerhandwerk ist.

So servierte Obermeister Hans-Jürgen Matzker den zur Veranstaltung erschienen Vertretern von lokaler Presse und Fernsehen ein umfangreiches Informationsangebot zur Thematik der Nachwuchsausbildung im Rahmen des dualen Systems.

Berufsschullehrerin Hella Helbig informierte die Journalisten über die Ausbildung an der Dresdner Berufsschule. Als Besonderheit wertete sie, dass die Ausbildung der Fachverkäuferinnen derzeit dreizügig erfolge. „Drei Klassen, das ist in der heutigen Zeit sehr viel“, betonte sie. „Mit dem wachsenden Angebot von Lehrstellen tragen die Betriebe dem Umstand Rechnung, dass mehr Verkäuferinnen benötigt werden. Nicht das Backen ist das Schwierigste, sondern das individuelle Verkaufen der Waren an die anspruchsvollen Kunden.“

Davon wusste auch Lehrling Konrad Pfützner ein Lied zu singen. „Im Lernfeld 13 habe ich die Aufgabe, eine Aktionswochen unter dem Motto ‚Brotland Deutschland’ zu planen“, erläuterte er. „Dabei muss ich mich nicht nur um Planung, Kalkulation, Werbung und Backen kümmern, sondern meine Produkte auch selbst an den Mann bringen. Der Verkauf war eine schwierige Erfahrung.“

Mit dem Hinweis auf die laut neuer Ausbildungsverordnung zu absolvierenden komplexen Lernfelder stieß Hella Helbig bei den Dresdner Journalisten auf weitgehendes Unverständnis. Sie nutzte die Gelegenheit, um ihre Zuhörer geduldig über die Veränderungen im Vergleich zur bisherigen Regelung zu informieren. „Vom Rohstoff bis zum Verkauf muss der künftige Geselle jetzt alles selbst machen“, sagte sie. „Das setzt mehr Selbstständigkeit und die Bereitschaft zum Mitdenken voraus.“

Mit einem aufwändig dekorierten Brot und einiger Kanapees präsentierte Konrad Pfützner Kostproben seines Könnens. Letztere kamen bei den Medienleuten gut an. Der Hinweis auf den dafür im Verkauf veranschlagten Stückpreises von etwa zwei Euro sorgte jedoch für ungläubiges Erstaunen.

OM Matzker sprang seinem Lehrling in dieser Situation zur Seite. „Unsere Produkte müssen einen angemessenen Preis erzielen. Wenn Sie berücksichtigen, wie viel Arbeitszeit und welcher Materialaufwand für ein Tablett mit Kanapees nötig sind, werden Sie den Preis verstehen.“ Für die handwerklichen Bäcker zählten Individualität und Qualität nun einmal mehr als eventuelle Kampfpreise, betonte er.

Fazit: Ein vorbildliche Aktion im Zeichen der Imageverbesserung. Im übrigen lädt auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerk (ZV) jedes Jahr Tageszeitungsjournalisten zu einem Backseminar ein, um eben zu zeigen, was im Bäckerhandwerk wirklich gebacken ist. Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Handbuch „Erfolgreiche Innungsarbeit“ des ZV – unter anderem mit wertvollen Tipps und Arbeitmaterialien für den Umgang mit der Publikumspresse.

Weitere Informationen:

Internet: www.baeckerhandwerk.de

Telefon: (030) 20 64 55-0

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