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Die Bereitschaft zur Integration von jugendlichen Migranten ist da, doch wie sieht die praktische Umsetzung aus?
„Bei uns zählt nicht, wo der Jugendliche her kommt – aus Schorndorf oder Antalya – sondern wo er hin will“, meint Gerd Kistenfeger von der Handwerkskammer Stuttgart. Das sind mehr als leere Worte. Denn die Kammer bietet Ausbildern, die Jugendliche mit Migrationshintergrund eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt bieten möchten, konkrete Unterstützung bei der Verwirklichung an. Denn Integration geschieht vor Ort. Und im Betrieb.
Eine Leistung, die auch honoriert werden sollte. Deshalb hat die ABZ jetzt einen Ausbildungspreis ausgelobr (Infos und Anmeldung: www.baker-maker.de )
Unter den Auszubildenden gibt es auf den ersten Blick kaum Unterschiede: Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund beschäftigen sich mit den gleichen Trends wie IPad, Facebook und Casting-Shows. Und doch gibt es Unterschiede, die einer Chancengleichheit im Wege stehen: Häufig haben Jugendliche Migrationen sprachliche Schwierigkeiten, schlechtere Schulnoten, bildungsferne Elternhäuser. Und sie erleben Diskriminierung bei der Suche nach einer Lehrstelle. Unter dem Motto „Kulturelle Vielfalt in Handwerksbetrieben“ sind zehn Punkte zusammengefasst, die Arbeitgeber unbedingt beachten sollten.
1. Seien Sie fair: Es gibt nicht den Migrantenjugendlichen an sich! Jugendliche mit Migrationshintergrund sind genauso vielfältig wie ohne Migrationshintergrund.
2. Praktikum: Ist immer noch der beste Einstellungstest. Das bietet Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Chance, ihr Können zu zeigen.
3. Die dritte Meinung – meistens ausschlaggebend. Auf der Suche werden Jugendliche von Beratern und Lehrern zu Berufsausbildungsfragen begleitet.
4. Seien Sie offen für einen Mentor: Jugendliche mit Startschwierigkeiten sind erfolgreich, wenn jemand mit Erfahrung sie begleitet.
5. Interne Lösungen: Es kann auch ein Pate sein, der im dritten Ausbildungsjahr ist.
6. Fragen Sie nach: Konflikte in einem Betrieb sind ganz natürlich und nicht vermeidbar. Auch wenn die Beschäftigen aus unterschiedlichen Ethnien kommen, müssen ihre Konflikte nicht unbedingt aus kulturellen Differenzen entstehen.
7. Holen Sie sich Hilfe: Bei Konflikten im Betrieb kann es unter Umständen von Vorteil sein, sich Hilfe von außen zu holen.
8. Suchen Sie praktikable Lösungen: Manchmal muss man ungewöhnliche Wege finden, um religiöse und kulturelle Besonderheiten in der Zusammenarbeit zu berücksichtigen.
9. Kundenorientierung: Haben Sie schon mal daran gedacht, hier lebende Migranten als Kundschaft zu gewinnen?
10. Animieren Sie Ihre Beschäftigten zur Fort- und Weiterbildung: Clevere Unternehmer wissen das und bilden aus.
