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Wild Bakers machen Action für’s Image

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Johannes Hirth und Jörg Schmid ziehen positive Bilanz

Vor einigen Jahre waren sie die jungen Wilden des Bäckerhandwerks. Heute sind sie nicht mehr ganz so jung, aber wilder denn je. Angefangen haben die Wild Bakers vor fünf Jahren mit launigen Backkursen für Verbraucher. Es folgte eine SWR-Sendung über ihren ersten Auftritt bei der Iba 2009 in Düsseldorf; den größten Keks der Welt, einer Dokumentation in der Pro7-Sendung Galileo, Auftritte bei Messen, der Gewinn der Deutschen Meisterschaft der Bäckermeister auf der Iba 2012 in München oder ein Einsatz bei Günther Jauch, um nur einige Stationen der ersten und bisher einzigen Event-Bäcker Deutschlands aufzuzählen.

Zwischenzeitlich sorgen und mit ihren Auftritten und spektakulären Aktionen auch international für Aufsehen. Dazu gehört „Backen an extremen Orten“-Video-Clips, die einem größeren Publikum auf Youtube zugänglich sind. Da werden Flammkuchen bei 100 km Geschwindigkeit auf einem Pickup und Pizzen im Schnellboot auf dem Bodensee gebacken oder Lebkuchenherzen während der Skiabfahrt verziert. Apropos Skifahren. Auch bei der Skiweltmeisterschaft im kanadischen Vals haben die Event-Bäcker für Furore gesorgt, backend den Skizirkus belebt. Danach ging’s auf Einladung der Deutschen Botschaft direkt nach Ottawa. Auf der diesjährigen Internorga waren Johannes Hirth und Jörg Schmid wieder mit von der Partie. Eine Gelegenheit für ABZ-Redakteur Reinald Wolf, zu fragen, wie sie ihr aufwändiges „Backprogramm“ meistern, ob sich der Aufwand lohnt und was sie mit ihren Backshows beabsichtigen.

ABZ: Sie sind beide in den väterlichen Unternehmen engagiert und sehr häufig unterwegs. Wie schaffen Sie es, Ihre eigenen Bäckereien trotzdem am Laufen zu halten?

Johannes Hirth: Es ist manchmal schon sehr grenzwertig. Zum Glück stehen unsere Väter und die jeweiligen Betriebsteams nach wie vor hinter uns und unserer Idee – mit entsprechendem Einsatz, um unsere Abwesenheit zu kompensieren.

Jörg Schmid: Das ist aber nicht immer einfach. Schließlich wollen unserer Väter und Kollegen auch Urlaub machen. Sprich, wir müssen unsere Ausflüge auf die Backbühnen dieser Welt genau planen und gut organisieren. Bisher hat das eigentlich relativ gut geklappt.

<cci:Quadrat_blau class="macro" displayname="Quadrat_blau" name="Quadrat_blau"/>Wie hat sich Ihr „Geschäftsfeld“ Eventbäckerei entwickelt? Lohnt sich denn der Aufwand?

Schmid: Was unsere Betriebe und die Backkurse für Verbraucher betrifft. Dass passt. Wir haben einen guten Werbeeffekt. Schon weil dadurch jährlich rund 1000 Kunden sehen, dass bei uns noch richtig gebacken wird. Bezüglich unserer öffentlichen Auftritte war es anfangs schon etwas zäh. Wir haben da viel Zeit investiert, ohne wirklich auf unsere Kosten zu kommen. Aber darum ging es auch nicht. Wir waren quasi getragen von unserer Euphorie und der positiven Resonanz. Und uns war immer klar, dass man sich einen gewissen Bekanntheitsgrad auch erarbeiten muss.

Hirth: Uns hat es jedenfalls meist Spaß gemacht. Und man kann sagen, seit drei Jahren haben wir auch finanziell Spaß an der Sache. Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft auf der Iba hat uns da viel Rückenwind verschafft. Es gibt zahlreiche Anfragen, aber es muss zu uns passen. Zwischenzeitlich haben wir auch drei Sponsoren.

<cci:Quadrat_blau class="macro" displayname="Quadrat_blau" name="Quadrat_blau"/>Und wie ist die Resonanz aus der Branche?

Schmid: Wir erfahren viel Zuspruch durch Kollegen. Es gibt auch viele Anfragen bezüglich Rezepte und auch zu Backkursen. In der Akademie Weinheim und in Stuttgart haben wir auch schon Kurse für Profis gegeben – mit guter Resonanz. Und wir hören immer wieder, dass vor allem junge Leute nur auf die jeweiligen Messen kommen, um uns zu erleben.

<cci:Quadrat_blau class="macro" displayname="Quadrat_blau" name="Quadrat_blau"/>Und was halten Sie davon, als Kasper des Bäckerhandwerks angesehen zu werden?

Hirth: Damit können wir leben. Schließlich wissen wir, was wir können – nicht erst seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Und dass bei den Auftritten fachlich nicht alles optimal läuft, das ist eben der Show geschuldet. Da geht es um Effekt und Aufmerksamkeit.

<cci:Quadrat_blau class="macro" displayname="Quadrat_blau" name="Quadrat_blau"/>Das eigentliche Ziel ihrer ganzen Eventbäckerei?

Schmid: Richtig. Wir haben nach wie vor und wollen, dass das Bäckerhandwerk in der Öffentlichkeit und bei jungen Leuten als Branche mit kreativen Perspektiven – und hohem fachlichen Anspruch –wahrgenommen wird. Dazu tragen übrigens auch Wettbewerbe wie die Deutsche Meisterschaft der Bäckerjugend und vor allem die Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister bei. Uns hat das jedenfalls sehr viel gebracht. Deshalb würde ich jedem empfehlen, sich jetzt für die Qualifikationsrunde zu bewerben, um auf der Iba 2015 in München dabei zu sein.

<cci:Quadrat_blau class="macro" displayname="Quadrat_blau" name="Quadrat_blau"/>Würden Sie den Weg heute wieder so gehen?

Schmid: Ja, unsere Betriebe haben profitiert, wir haben schon wegen der viele interessanten Kontakte und Begegnungen persönlich profitiert – und für’s Image der Branche konnten wir hoffentlich auch positive Impulse geben.

Hirth: Auf jeden Fall. Wir haben wie gesagt Spaß gehabt und sind uns bis heute treu geblieben. Und wenn wir keinen Spaß mehr haben sollten, gibt es die Wild Bakers nicht mehr.

Vier deutsche Zweier-Teams kämpfen in den gläsernen Backstuben auf der iba um die Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister.
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